Bereitschaft, bei Umfragen Drogenkonsum zuzugeben, dürfte abgenommen haben
Wien – Im Bereich der klassischen illegalen Suchtmittel weist der Europäische Drogenbericht für Österreich erstaunliche Veränderungen zwischen 2008 und 2004 bei Cannabis aus (siehe Grafik).

Im Vorjahr gaben zwölf Prozent von rund 4000 befragten Personen an, schon einmal im Leben gekifft zu haben. Vier Jahre davor waren es noch zwanzig Prozent. “Ein solcher Rückgang der Lebenszeitprävalenz in nur vier Jahren ist eigentlich unmöglich”, heißt es im Österreichischen Bundesinstitut für Gesundheitswesen, das den heimischen Drogenreport erstellt hat. Eine mögliche Erklärung für den jüngsten Rückgang sei, dass die Bereitschaft, illegalen Drogenkonsum zuzugeben, abgenommen habe.

 

Bei anderen verbotenen Substanzen zeigt sich in Österreich eine stabile Situation. 169 Todesfälle wurden im Vorjahr direkt mit Drogenkonsum in Verbindung gebracht, 2007 waren es 175 gewesen. Die Autoren der Studie weisen aber darauf hin, dass eine genaue Angabe von Drogentoten durch die sinkende Zahl von Obduktionen kaum mehr möglich sei.

Im europäischen Vergleich gibt es laut Statistik in Luxemburg die meisten Drogenopfer, nämlich 85 pro Million Einwohner. In Großbritannien sind es knapp unter 50 Opfer pro Million Einwohner. Österreich liegt mit etwas über 30 Toten pro Million Einwohner an zehnter Stelle. Am Ende der Liste befindet sich die Türkei mit zwei Opfern pro Million Einwohner.

Eine der wichtigsten Behandlungsmaßnahmen sind Substitutionstherapien für Opiatabhängige. In Europa sind derzeit rund 650.000 Personen in solchen Programmen. 11.119 sind es in Österreich, davon wiederum rund 7000 in der Bundeshauptstadt.

Quelle:  Der Standard
(simo, DER STANDARD – Printausgabe, 6. November 2009)

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