Hanf an Bord

Von Gregor Honsel

Der Trabi als Vorbild: Kunststoffe mit Naturfasern werden für die Autoindustrie immer wichtiger. Und auch in anderen Industrien sollen das Material bald zum Einsatz kommen – seine Eigenschaften sind faszinierend.

Was haben Lastwagen, Mercedes S-Klasse und Trabant gemeinsam? Nicht viel, möchte man meinen. Doch alle drei enthalten erhebliche Mengen an naturfaserverstärkten Kunststoffen (NFK). Beim einst als “Rennpappe” geschmähten Trabi wurde die gesamte Karosserie-Beplankung aus phenolharzverstärkten Baumwollfasern hergestellt – ebenso wie die Führerkabinen der meisten Lkw. Bei der aktuellen S-Klasse verteilen sich 43 Kilo Naturfaser-Kunststoffe auf 32 verschiedene Bauteile von der Türverkleidung bis zur Hutablage. Das sind 73 Prozent mehr als in der Vorgänger-Generation der S-Klasse und fast doppelt so viel wie in den unteren Mercedes-Baureihen.

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