Drogendealer mit 19 Jahren?
-mok- Rheine. Erst 19 Jahre alt und schon Drogendealer? Mit dieser Frage befasste sich am Montagmorgen das Jugendschöffengericht in Rheine. Die Anklage warf dem Rheinenser vor, am 29. Novemer 2008 im Auftrag eines Konsumenten zehn Gramm Marihuana geliefert zu haben. Diese Tat räumte er direkt danach bei der Polizei ein.
Vor Gericht sagte er: „Ich weiß nicht wie viel es war, ich habe nur ein Päckchen Marihuana abgegeben, einmal.“

Am 3. Dezember soll er 15 Gramm Amphetamine bei demselben Dealer bestellt haben. Das verneinte der 19-Jährige. Auch den Auftrag über 50 Gramm Marihuana am selben Tag bestätigte er nicht.

„Ich habe mir immer für einen Zehner Marihuana gekauft, weil ich Eigenkonsument bin, und ein paar Mal kleinere Mengen für andere besorgt, mehr nicht,“ sagtre er. Dass er von Mitte September bis Mitte Dezember jeden zweiten Tag Marihuana in kleinen Mengen gekauft habe, wollte er nicht bestätigen. „Höchstens vier oder fünf Mal.“

Der Dealer, der als Zeuge geladen war und nach eigenen Angaben jetzt „clean“ ist, bestätigte die Angaben des Angeklagten. Allerdings ging er von zehn Einkäufen kleinerer Mengen aus. Er habe immer nur Zehner-Tütchen abgepackt, nicht zehn Gramm, sondern für zehn Euro, sagte er vor Gericht. Richter Veltman warf ein: „Zumindest einmal haben Sie für 20 Euro oder 20 Gramm verkauft und wurden erwischt.“ Das leugnete der Zeuge nicht. Sein Verfahren steht noch aus.

Drei weitere Zeugen verweigerten die Aussage. Gegen sie laufen Verfahren. Für den Hauptabnehmer des Angeklagten wird es am 24.August vor dem Jugendschöffengericht ernst. Hier muss er Farbe bekennen. Eine 21-jährige Schülerin soll für den Dealer Marihuana in ihrer Wohnung gelagert haben. Auch sie verweigerte die Aussage:

Die Staatsanwältin bestand auf weiteren Zeugenaussagen. Das Gericht vertagte den Termin daher auf den 24. August, um auch den Hauptabnehmer zu hören. Bis dahin wird es sicher noch viele Unruhe in den einschlägigen Kreisen geben.

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