Spinnmilben sind ein weltweites Problem in der Cannabiszucht. Die kleinen Tierchen sind in der Lage sich rasend schnell zu vermehren und sind resistent gegen eine große Anzahl chemischer Bekämpfungsmittel. Sowohl als Nymphe- als auch als erwachsene Milben verursacht dieser Schädling, Schaden an den Pflanzen, in dem sie sich von den Pflanzensäften ernähren. Spinnmilben halten sich meist an der Unterseite der Blätter auf, wo sie die Blattzellen anstechen und leersaugen. Die ersten sichtbaren Anzeichen für einen Spinnmilbenbefall sind gelb/weiße Punkte auf den Blättern. Bei zunehmendem Schaden wird die ganze Pflanze gelb und stirbt letztendlich ab.

Die Verbreitung von Spinnmilben ist recht simpel:

  • überlaufen von Pflanze zu Pflanze
  • mitnehmen an der Kleidung
  • Luftbewegung an Spinnfäden.

Die Spinnmilbe – der Schädling:

Spinnmilbe oder Tetranychus urticae

Spinnmilbe oder Tetranychus urticae. Milben gehören zu den Spinnenartigen. Sie haben 4 Paar Füße, wo hingegen Insekten 3 Paar haben. Die Entwicklung der Spinnmilben dauert bei 25°C 12 Tage und besteht aus folgenden Stadien:

  • Ei (etwa 4 Tage)
  • Larve (etwa  2 Tage)
  • Nymphe 1 (etwa  2 Tage)
  • Nymphe 2 (etwa  4 Tage)
  • Erwachsene Spinnmilbe

Ihr Erschainungsbild:

 

Die Farbe der Tetranychus urticae variiert von Orange, Rot, Gelb nach Braun, dunkel Violett bis Schwarz. Dies ist unter anderem auch von den Pflanzen abhängig. Die Tierchen haben am hinteren Teil des Körpers zwei große dunkle Flecken.
Die Entwicklungsdauer ist abhängig von:

  • Temperatur
  • Gewächssorte
  • Alter der Blätter

Eine Spinnmilbenpopulation besteht zu 75% aus Weibchen und zu 25% aus Männchen. Eine einzige Paarung reicht aus um alle Eier zu befruchten. Unter optimalen Gegebenheiten kann ein Weibchen mehr als 100 Eier legen. Unter ungünstigen Voraussetzungen, wie tiefe Temperaturen, abnehmende Tageslänge oder geringeres Nahrungsangebot, können die Weibchen in Winterruhe gehen. In dieser Phase sind die Spinnmilben auf jeden Fall rot und die Bekämpfung dringend angeraten.

 

 

Raubmilben – der natürliche Feind (Nützling)

 

Raubmilben: u.a. Phytoseiulus persimilia

Phytoseiulus persimilia stammt aus Chile und ist zufälliger Weise mit Pflanzenmaterial nach Europa gebracht worden. Auf vielen Pflanzenarten kann Phytoseiulus effektiv den Kampf mit den Spinnmilben aufnehmen. Die Entwicklungsstadien von Phytoseiulus sind gleich denen der Spinnmilben. Die Raubmilbe legt auf die Spinnmilbenplätze schwach pinke, durchsichtige Eier ab, die deutlich größer sind wie die Eier der Spinnmilben.

Die Entwicklungsdauer beträgt bei 25°C eine Woche. Phytoseiulus durchläuft dann folgende Stadien:

  • Ei (etwa 3 Tage)
  • Larve (etwa 1 Tag)
  • Nymphe 1 (etwa 1,5 Tage)
  • Nymphe 2 (etwa 1,5 Tage)
  • Erwachsene Raubmilbe

Das Weibchen der Raubmilbe ernährt sich in allen Stadien ihrer Entwicklung mit Tetranychus urticae. Sobald die Temperatur steigt, verzehrt Phytoseiulus mehr Spinnmilben. Die optimale Arbeitstemperatur für Phytoseiulus liegt bei ca. 25°C. Bei 20°C vertilgt eine erwachsene Raubmilbe täglich rund 5 ausgewachsene Spinnmilben oder 20 Larven und Eier. Bei 25°C verläuft der Entwicklungszyklus von Phytoseiulus ungefähr doppelt so schnell als der von den Spinnmilben.

Täglich setzt eine weibliche Raubmilbe bis zu 5 Eiern ab. Phytoseiulus kann bei der Abwesenheit von Tetranychus urticae einige Zeit auf Wasser und Honig überleben, um aber Eier legen zu können, müssen auch Spinnmilben gegessen werden. Sobald das Nahrungsangebot nachläßt, gehen die Raubmilben auf die Suche nach neuen Milbenpopulationen.

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