BEUREN – Hanffasern in Kleidungsstücken und in Seilen, Früchte des Hanf als Nahrungsmittel, Hanf als Heilpflanze, in Lumpen für die Papierherstellung – so wie der Flachs war in ganz Europa der Hanf eine wichtige Kulturpflanze und ein vielfältiger Rohstofflieferant.

Am Sonntag, 20. Juli, lädt das Freilichtmuseum in Beuren von 11 bis 18 Uhr zum Aktionstag “Rund um den Hanf” ein. Mit Genehmigung der Bundesopiumstelle in Bonn wird bereits im siebten Jahr auf dem Museumsacker auf einer Fläche von rund 100 Quadratmeter Hanf angebaut, wie es früher zur Gewinnung von Fasern für die Textil- und Papierherstellung üblich war.

Beim Museumshanf handelt es sich um so genannten Industriehanf. Und der ist ohne Rauschmittelwirkung. Die Genehmigung zum Anbau von Hanf gibt es nur für Sorten, die kein Tetrahydrocannabinol enthalten. Der Informationstag bietet eine einmalige Gelegenheit, diese Jahrhunderte alte Kulturpflanze mit ihren vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten kennen zu lernen. Durch Entdeckung des Holzaufschlussverfahrens wurde Hanf aus der Papierherstellung verdrängt. Aus der Textilherstellung verschwand er durch die Baumwollproduktion. Damit geriet das Wissen um die Hanfpflanze und ihre Produkte allmählich in Vergessenheit. Heutzutage ist der Hanf durch Drogenmissbrauch in Verruf geraten. Beim Infotag im Freilichtmuseum zeigt ein Seiler, wie Hanfseile gedreht werden. Museumsbesucher können auch selbst Hand anlegen. Wie mühevoll die Verarbeitung des Hanfes zur Fasergewinnung ist, kann man bei einer Mitmachaktion an historischen Gerätschaften wie Breche, Schwinge und Hechel erleben. Vorführungen am Spinnrad und Webstuhl zeigen die Herstellung von Hanftextilien.

Die Verwendung von Hanf als Dämmstoff beim Hausbau wird ebenfalls gezeigt. Ein Informations- und Verkaufsstand vom Hanfhaus Reutlingen gibt einen Überblick über moderne Hanfprodukte wie Hanf-Textilien, Hanf-Öle und Hanf-Lebensmittel. Um 14 Uhr wird Wolf Dieter Schmitt aus Reutlingen mit einem Vortrag und anschließender Fragerunde die Zukunft des Hanfes näher beleuchten. Über Gefahren beim Missbrauch von Hanf als Suchtmittel klärt die Jugend- und Drogenberatung des Landkreises Esslingen auf. Das Programm gibt es in einem Programmflyer, der an der Museumskasse ausliegt oder auf der Homepage des Museums abrufbar ist.

Informationen auf: http://www.freilichtmuseum-beuren.de.

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