In den USA wird ab 1925 die „Anti-Marihuana-Lobby“ aktiv und so werden in den 30iger Jahren Schmutzkampagnen – angeführt von Harry J. Anslinger - gegen Cannabis-Konsumenten geführt.
Marihuana wird verteufelt und gilt als gefährliche Droge, die wahnsinnig macht und zum Tode führen kann. Eingebettet in stark rassistische Kampagnen wird der Hanf-Gebrauch verboten. Minderheiten wie Mexikaner und Schwarze werden beschuldigt, im Cannabis-Rausch Weiße Frauen zu vergewaltigen und Hanf wird nur mehr als Marihuana bezeichnet, um Assoziationen mit einer neuen sehr gefährlichen Droge zu schaffen. Auf Plakaten wird vor der „Killerdroge“ gewarnt und bezahlte Gutachten beschreiben, wie Länder und Nationen zugrunde gehen, die Hanf und Opium verfallen sind.
1934 entsteht unter Walter Bromberg die erste klinische Studie zum Thema Cannabis-Konsum. Die Ergebnisse der Studie sind für die Anti-Marihuana-Verfechter irrelevant und die Hetzkampagnen gehen unbeeindruckt weiter.
Einer der sich von den Hetzkampagnen nicht anstecken lässt ist Henry Ford, der 1941 ein Auto aus Hanf entwickelt. Er baut ein „Hanfmobil“ mit einer Karosserie, Armaturen und einer Innenausstattung aus Hanf. Als Treibstoff wird nicht Benzin, sondern ebenfalls Hanf verwendet. Der Pionier lobt die günstige CO2-Bilanz des Hanfmobils.
Als während des 2. Weltkrieges die Rohstoffe wieder knapp werden, kommt die US-Regierung doch wieder auf Hanf zurück und teilt Hanfsamen an die Bauern aus. Plötzlich wird der Marihuanakonsum wieder legalisiert und Hanf als Nahrungsmittel und Faserlieferant populär. Es entsteht sogar ein eigener Hanf-Propaganda-Film namens „Hemp for victory“.
Die Deutschen verteilen „Die lustige Hanfbibel“ und die Schweden die Broschüre „Svensk Hampodling". Was zuvor überall verteufelt wird, ist jetzt wieder in und wird überall propagandiert.
Der Krieg endet und Hanf wird von der chemischen Industrie wieder verbannt – es wird wieder dafür gesorgt, dass das aufgebaute positive Image verschwindet.
Ein neuer fanatischer Kämpfer gegen die Killerdroge Hanf tritt die Nachfolge Anslinger an und so erscheint Gabriel Nahas als Sonderberater der Narkotika-Kommission der UNO und tritt seinen Feldzug gegen Hanf an. Nahas beruft sich auf den Arzt James Munch und so geistern im Laufe der nächsten Jahre Horrormeldungen durch die Medien, die beweisen sollen, wie gefährlich Cannabis ist.
Laut Nahas ist Jointrauchen eine beliebte Selbstmordmethode in Europa, bei geringem Mariuhanakonsum entwickeln sich mehrköpfige Embryonen, Männern wachsen weibliche Brüste und Frauen Schnauzer im Gesicht. Kiffen macht impotent und unfruchtbar. Da die Aussagen von NAHA zur Marihuana-User-Verfogung und zur Drogengesetzgebung immer grotesker werden, muss der fundamentaliste Haschisch-Feind doch seinen Posten räumen. Er verlässt in den 80iger Jahren Amerika und lebt nun in Frankreich, wo er immer noch von einigen Politikern Unterstützung findet.
Aufgrund der vorkommenden halluzinogenen Inhaltsstoffe gibt es von 1982 bis 1996 in Deutschland ein Hanfanbauverbot. Zur Zellstofferzeugung gibt in der Zeit nur noch in Frankreich und Spanien Hanfanbau.
THC-arme Hanfsorten dürfen wieder angebaut werden, natürlich nur unter strenger staatlicher Kontrolle.
Hanfsamen werden wieder in klinischen Arbeiten getestet und viele Untersuchungen zeigen inzwischen die positiven Wirkungen von Hanf auf. Was die Chinesen schon vor langem wussten und Helga von Bingen beschrieb, ist heute Thema von seriösen Studien.
Heute hat die EU die Vorteile von Hanf begriffen, die schon seit Jahrtausenden bekannt sind. Der Anbau von Hanf und die Verarbeitung werden gefördert. In Zeiten der globalen Umweltzerstörung, Kahlschlag unserer Wälder und Hungersnöten erkennt man langsam aber sicher die ökologische Bedeutung der nachwachsenden Ressource Hanf, die so mannigfaltig einsetzbar ist, wie kaum eine andere Pflanze. Hanfprodukte werden immer populärer und so wird getestet und es werden ständig neue Produkte auf den Markt gebracht. Eine Pflanze erobert wieder ihren Platz – Tendenz steigend.
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