| Faserhanf |
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| Botanischer Name |
Cannabis sativa L. ; eng. Hemp; franz. Chanvre; span. Cáñamo; schwed. Hämpa; poln. Konope; russ. Конопля ; chin. Ma`; KN/HS-Nummer * 5302 ff. |
| Pflanzentyp |
einjährige Nutzpflanze mit buschigem Wuchs, zweikeimblättrig, zweihäusig, |
| Standort |
liebt grundwassernahe fruchtbare Böden, auch auf Moorböden möglich |
| Größe |
bis zu 4 m hoch; |
| Aussaat |
Mitte April, verträgt geringe Nachtfröste |
| Blüte |
angenehm aromatischer (herber) Geruch männlich: sehr klein, weiß bis rostrosa; weiblich: unscheinbar |
| Ernte |
August mit Spezialkombine; Faserreife 90 - 110 Tage; Samenreife 110 - 120 Tage |
| Röste |
Feldröste: 3 bis 5 Wochen auf dem Acker; Wasserröste: 10 bis 14 Tage im Wasserbecken |
| Nutzung |
Samen -> Öl; Stängelrinde -> Fasern; Stängelmark -> Schäben |
| Anbau |
selbstverträglich; gute Vorfrucht; bereinigt den Standort |
Hanf ist seiner Nutzung nach eine Faser/Öl-Pflanze, was die Nutzung der Stängelrinde für die Fasergewinnung und die Nutzung der Samen für die Ölgewinnung betrifft. Hanf ist mit keiner anderen Pflanze direkt verwandt. Botanisch nah steht ihm lediglich der Hopfen. Die ursprüngliche, wilde Form des Hanfes gibt es nicht mehr. Wildwachsender Hanf ist heute immer eine verwilderte Kulturfrucht. Der landwirtschaftliche Anbau von Hanf verzichtet auf jeglichen Pflanzenschutz, insbesondere auf Herbizide, Insektizide, Pestizide, natürlich auch auf Halmverstärker u.ä.
Geschichte
5500 v. Chr. Älteste Hanffunde in Europa bei Eisenberg (Thüringen) 2000 v. Chr. Germanischer Mantel aus grobem Hanfbast 565 n.Chr. Grabkleid der Merowingerkönigin Adelgund in Paris aus feinem Hanf-Linnen ca. 800 Karl der Große verfügt ein Dekret zur Leinenherstellung; Vereinheitlichte Verarbeitung von Flachs und Hanf; beide werden gemeinsamer Rohstoff des Leinengewebes 1300 - 1350 Gründung von Leinewebergilden in Brandenburg 1390 Eröffnung der ersten Papiermühle in Nürnberg; Papier aus Hanf- und Flachslumpen 1455 Gutenberg druckt die erste Bibel auf Hanfpapier (Hanf und Flachs sind gleichberechtigte Papierrohstoffe) 16. - 18. Jhd. Große Zeit der Segelschiffahrt; Segel, Takelagen und Seile aus Hanf
1939 verstärkter Hanfanbau für die Deutsche Wehrmacht allein in der Uckermark stehen zwei Hanffabriken: Löcknitz noch vor 1945 geschlossen; Friedland 1964 geschlossen
1945 viele deuschte Hanfsorten gehen während der Besatzung verloren, so die Sorte des Oderbruchs: der Kuhnowsche Hanf 1982 in der BRD wird der Anbau von Hanf verboten |
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im Zuge der Industriealisierung:

Krisen der Hanfwirtschaft
1764 Erfindung der Spinnmaschinen durch James Hargreaves für Wolle, deren Technologie nicht auf die Hanffaser, dafür aber auf die Baumwolle übertragen werden konnte. 1836 Erfindung der Schiftschraube durch Josef Ressel in Wien. Etablierung der Dampfschiffahrt, Überkapazität von Segeltuchen, Seilen und Takelagen. 19. Jhd. Industrielle Ausbeutung der baumwollproduzierenden Kolonien. 1935 Erfindung der Nylonfaser durch Wallace Carothers. Patentrechte sichern die profiable Vermarktung zahlreicher neuer Kunststofffasern. 1982 Anbauverbot von Nutzhanf in der BRD (bis 1996)
Aufbruch der modernen Hanfwirtschaft
1954 Reinhold von Sengbusch züchtet den einhäusigen Hanf. Der Weg in eine moderne Hanfwirtschaft wird frei. 1995 Matthias Bröckers und Matthias Schillow erzwingen die juristische Freigabe des Hanfanbaus 1996 Cord Grashorn, Bernd Frank und Rainer Nowotny gründen moderne Hanffabriken, Torsten Brückner gründet den Deutschen Naturfaserverband 2001 Franz Neubauer, Wolfgang Thoma und Rainer Nowotny setzen eine europäische Norm für die Zertifizierung von Baustoffen aus Hanf durch
Hersteller : Hanf-Faser-Fabrik
Die Verarbeitung von Faserhanf unterteilte sich traditionell in die Prozeduren: Rösten (Wasserröste) - Dörren - Riffeln - Brechen - Schwingen - Hecheln Der Rohstoff war langes Hanfstroh in Garben gebunden. Die so gewonnene Langfaser konnte dann versponnen werden.
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Auch heute geschieht die Verarbeitung immer noch rein mechanisch, wobei die Röste eine Feldröste ist, das Dörren entfällt, dafür aber der Logistik eine große Rolle zukommt. Das Riffeln, Brechen, Schwingen, Hecheln wird heute etwas anders benannt, die Verfahren arbeiten nach modernen Wirkprinzipien, die Anliegen der einzelnen Arbeitsschritte sind aber gleich.
Die Hanf-Faser-Fabrik Uckermark garantiert für die Rohstoffgewinnung und Herstellung: Die Produkte / Halbzeuge bestehen zu 100% aus Hanf und enthalten keine umweltbelastenden oder giftigen Zusätze. Alle Rohstoffe (Hanf) stammen ausschließlich aus Deutschland (landwirtschaftlicher Anbau). Die Produkte werden vollständig in Deutschland hergestellt. Hanf ist ein einjährig nachwachsender Rohstoff, der ohne Pestizide, Herbizide und Insektizide angebaut wird; es wird kein genmanipuliertes Material verwendet. Bis zu 30 % der Anbaufläche werden jährlich kontrolliert biologisch bzw. integrativ bewirtschaftet.
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