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Zweite Fachveranstaltung zu Energiepflanzen in Tegau
Von Matthias Streit Tegau (OTZ). "Bioenergie ist heute Gott sei Dank in aller Munde", eröffnete Dr. Albrecht Broßmann, Geschäftsführer der Pahren Agrar GmbH, gestern die zweite Fachveranstaltung zu Energiepflanzen in Tegau. Bioenergieexperten der Region hatten interessierte Landwirte in den Speisesaal der Landgenossenschaft Dittersdorf eingeladen.

In der Zusammenkunft wurde über verschiedene Varianten zur Nutzbarmachung von Pflanzen zur Energiegewinnung informiert, aber auch eifrig mitdiskutiert. Im Zentrum der Debatte stand die Pahren Agrar, die sich bereits seit über zehn Jahren auf diesem Feld engagiert und selbst über eine Biogasanlage verfügt. "Neunzig Prozent der erneuerbaren Energien in Thüringen kommen aus Biomasse", klärte Broßmann auf und deutete auf den hohen Grad der Relevanz von Pflanzen als Energieträger hin. Schließlich würde derzeit weder aus Wind-, noch aus Solaranlagen auch nur annähernd so viel Energie gewonnen. Für die Bauern sei der Zeitpunkt gekommen, um mit Energiepflanzen das Einkommen in Zukunft zu sichern.
 

Martin Dotzauer, Energieberater der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, betonte vor allem die Vielfältigkeit der Möglichkeiten. So kann Energie aus Biomasse für Heizung, Strom und Verkehr von großem Nutzen sein. Wenngleich er auch darauf hinweist, dass der Großteil wohl auch in Zukunft für Heizzwecke verwandt wird. Verärgert spricht er über die 2008 vom Bund beschlossene schrittweise Versteuerung von Biodiesel. "Mit dem Beschluss ging der Einbruch des Marktes einher", berichtet Dotzauer. Zwar sei die Besteuerung von dem im letzten Jahr verabschiedeten Wachstumsbeschleunigungsgesetz bis 2013 eingefroren wurden, doch sollte sie dann, wie geplant, schrittweise auf das Niveau der Mineralölsteuer steigen, könnte sich eine Umrüstung für einige Agrarbetriebe nicht mehr rentieren.

Rentieren wird sich langfristig jedoch der Einsatz der "Durchwachsenen Silphie" zur Herstellung von Biomasse, ist sich Michael Conrad sicher. Die Pflanze aus der Familie der Korbblütler sei deshalb sehr empfehlenswert, weil sie nur einen geringen Wasserbedarf hat und wenig Düngung benötigt. Was die sogenannte Becherpflanze aber besonders attraktiv macht, sind ihre Erträge. Bei einer Versuchsreihe schnitt sie vor allem in den Methanwerten weit besser ab als der hierzulande überwiegend eingesetzte Mais. Gerade für die Herstellung von Biogas sei diese Eigenschaft hervorragend. In Ranis würden schon einige Flächen für die Durchwachsene Silhpie genutzt. Wie Conrad weiter mitteilt, ist die Tendenz für die Zukunft eindeutig steigend.

Als weiterer Schwerpunkt stand der Hanfanbau der Pahren Agrar auf der Tagesordnung. Andrea Biertümpfel sprach hierzu über die günstigen Bedingungen, die sie auf ihren Feldern vorfinden. Gerade die stickstoffreichen Böden seien sehr förderlich für das Wachstum der Pflanze. Außerdem werde Hanf nicht mit Pflanzenschutzmitteln bearbeitet. Wie Geschäftsführer René Kolbe hinzufügt, ist der Anbau schon allein aus diesem Grunde von Vorteil, da sich einige der Flächen seiner Firma im Trinkwassereinzugsgebiet befinden. Auch die wirtschaftliche Komponente sei zu beachten, stoßen Hanfprodukte zum Beispiel in der Auto- und Flugzeugbauindustrie momentan auf rege Nachfrage.

Am Ende des Tages steht für die Teilnehmer aber vor allem eines fest: Auch in Zukunft soll Vielfalt die Erzeugung von Bioenergie regieren. "Die Euphorie für regenerative Energien", weiß Albrecht Broßmann, "ist schließlich da."

Für die Fachtagung zeichnete die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft in Zusammenarbeit mit der Bioenergie- Region Thüringer Vogtland und der Regionalen Bioenergieberatung Land- und Forstwirtschaft verantwortlich.Neunzig Prozent der erneuerbaren Energien in Thüringen kommen aus Biomasse.

Dr. Albrecht Broßmann Geschäftsführer der Pahren Agrar GmbH & Co. KG

Quelle: otz.de

 
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