Als Kontrastprogramm zur Tagung der UNO-Drogenkommission kommende Woche in Wien verlangen NGOs mit einem Friedensmarsch und einer Konferenz eine Ende der “Drogenprohibition”.

“Es ist an der Zeit, neue Wege in der internationalen Drogenpolitik einzuschlagen, denn die gegenwärtige Drogenprohibition verursacht mehr Probleme als sie löst.” Die Plattform von Nichtregierungsorganisationen “European Coalition for Just and Effective Drug Politics” (ENCOD) fordert die Legalisierung des Anbaus von Hanf-, Mohn- und Kokapflanzen für den Eigengebrauch. Als Kontrastprogramm zur Tagung der UNO-Drogenkommission kommende Woche in Wien veranstaltet ENCOD am Wochenende einen Friedensmarsch und eine Konferenz.


Beim Treffen der UNO-Drogenkommission vom 10. bis zum 14. März soll eine 1998 in New York beschlossene Zehn-Jahres-Strategie bewertet werden, deren Ziel es gewesen sei, bis 2008 “die unerlaubte Herstellung, die Vermarktung und den Handel mit Drogen zu beseitigen oder drastisch zu reduzieren”, hieß es in einer Aussendung von ENCOD. Laut Zahlen des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung habe die Produktion vom illegalen Drogen in den vergangenen zehn Jahren aber weiter zugenommen, “im Fall von Opium um hundert Prozent, von Kokain um 19 und von Cannabis um 40 Prozent”.

Es sei Zeit für “nichtrepressive Strategien im Umgang mit Drogen”, die die Gesundheit der Konsumenten nicht gefährden, grundsätzlichste Bürgerrechte achten und keine Bedrohung für die Lebensgrundlage der Bauern in den Entwicklungsländern darstellen würden, so ENCOD. Legale Möglichkeiten für die Produktion und Verwendung von Hanf (Cannabis), Opium und der Kokapflanzen für den Eigenbedarf müssten geschaffen werden.

Die Organisation veranstaltete Freitagabend einen Drogenfriedensmarsch vom Praterstern zum Vienna International Center. Am Samstag und Sonntag folgt eine “Drogen-Friedenskonferenz” im alten AKH mit Vorträgen zu Themen wie “Drogenprohibition – eine unbequeme Lüge” und “Der Einfluss der Drogen auf das Gehirn”.

Laut UNO-Schätzungen betrage der weltweite Markt für illegale Drogen 400 bis 500 Milliarden Euro im Jahr, hieß es in der ENCOD-Aussendung. Die Produktionskosten würden weniger als ein Prozent des Verkaufspreises ausmachen, die Gewinnspannen der Drogenindustrie seien enorm – ebenso die Kosten der Drogenprohibition: “Unabhängige Experten schätzen die jährlichen Kosten allein für Polizei und Justiz auf über 40 Milliarden Euro. Trotzdem gibt es keine Hinweise, dass diese Ausgaben einen messbaren Effekt auf die Drogenkriminalität haben”, so die Organisation.

ENCOD ist nach eigenen Angaben eine unabhängige Plattform für Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Einzelpersonen, “die mit Drogen in Berührung kommen, ob als Konsumenten, beschäftigte im Gesundheitswesen oder Wissenschafter”.

(APA)

 

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