Der Bund hat den Einsatz von Antibiotika im Kampf gegen den Feuerbrand bewilligt. Doch es gäbe ein besseres Mittel gegen diese Erkrankung der Obstbäume: Ein Sud aus Hanfpflanzen.

Der Feuerbrand wütete im vergangenen Jahr massiv in den Deutschschweizer Obstanlagen und bei den Hochstammobstbäumen. Mehr als 100 Hektaren Obstanlagen und rund 10 000 Hochstammbäume mussten wegen starken Befalls geräumt werden. Das Bundesamt für Landwirtschaft BLW hat nun den Einsatz des Antibiotikums Streptomycin zur Bekämpfung des Feuerbrands örtlich begrenzt und befristet während der Hauptinfektionszeit im Frühling 2008 zugelassen. Doch es ginge auch anders, sagt Jean-Pierre Egger, Geschäftsführer von SanaSativa AG.

«Gottespflanze» im Einsatz gegen Feuerbrand

Seine Firma vertreibt ein Produkt, das dem Feuerbrand den Garaus mache. HanForte heisst das Zaubermittel. Hergestellt wird es auf der Basis von konzentriertem Auszug einer alten, heimischen Pflanze: Dem Hanf. Der Absud aus Hanfpflanzen beuge bei Pilz- und Infektionskrankheiten vor – so auch bei Feuerbrand. «Hanf ist eine Gottespflanze und Quelle des Lebens», lobt Jean-Pierre Egger das Naturprodukt im «Bote der Urschweiz».

Im Rahmen eines Vortragabends präsentierte er HanForte und liess dabei gleich zwei Obstbauern zu Wort kommen, die das Produkt erfolgreich eingesetzt haben. So fällte Elmar Ullmann aus Eschenz am Untersee die von den Kontrolleuren markierten Bäume nicht sofort, sondern behandelte sie mit dem Hanfabsud. Einen Monat später stellte er fest, dass die Äpfel eine gesunde wachsige Schicht hatten und die Blätter wieder grüner wurden.

«Wir können Hanf nicht zur Religion machen»

Nichts desto trotz warnt Konrad Gmünder von der kantonalen Zentralstelle für Obstbau vor zu viel Euphorie. «Von fachlicher Seite betrachtet muss man wissen, dass die Berichte der betroffenen Bauern alles kleine und kurze Versuche waren», meint er im Gespräch mit dem «Bote der Urschweiz». Es sei etwas gewagt, von solchen Erfahrungen auf die Allerweltsheilkraft des Hanfes zu schliessen. «Wir können nur wegen einigen Resultaten nicht einfach Hanf zur Religion machen.» Zudem sei der Einsatz dieses Mittels nicht bewilligt. Die Bauern müssen wissen, dass die Behandlung mit dem Hanfsud illegal sei, «auch wenn darauf keine Vögte angesetzt werden.»

Quelle

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