Ehepaar baut in Neresheim-Elchingen 450 Marihuanapflanzen im Gesamtwert von bis zu 300 000 Euro an

450 Marihuanapflanzen hat die Aalener Polizei beschlagnahmt. Nach Recherchen dieser Zeitung entdeckten die Beamten die rekordverdächtige Aufzuchtanlage in Neresheim-Elchingen. Die ausgewachsenen Pflanzen haben nach Polizeischätzungen einen Gesamtwert von bis zu 300 000 Euro.

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Ordentlich lüften musste die Polizei ihren Konferenzraum,

nachdem die 450 Marihuanapflanzen vom Landeskriminalamt abgeholt wurden. (Foto: Oliver Giers)

Aalen/Neresheim. Es war wohl für die Polizei eine Überraschung, als sie am Mittwoch gegen 8.30 Uhr die Wohnung des Ehepaars in der Elchinger Bahnhofstraße durchsuchte. Nach Informationen der Schwäbischen Post musste sich die Polizei vor Ort einen Lastwagen ausleihen, um die 450 Marihuanapflanzen überhaupt nach Aalen transportieren zu können. Sie sei mit etwa 15 Beamten und lediglich kleineren Transportern angerückt, erzählen Augenzeugen.
Wie die Polizei berichtet, handelt es sich um einen 51-jährigen Mann und seine 36-jährige Frau. Die beiden stehen in Verdacht, in großem Stil Marihuana in ihrer Wohnung und auf dem Dachboden angebaut zu haben. Verschiedene Hinweise und die Zusammenarbeit mit der Polizei Münster hätten die Ermittler auf die Spur der beiden gebracht, sagt die Polizei.
Nach derzeitigem Ermittlungsstand geht die Polizei davon aus, dass die Tatverdächtigen im Auftrag eines inzwischen in Hamburg festgenommenen 59-jährigen Holländers den Anbau betrieben haben. Der mutmaßliche Drahtzieher sorgte für den Aufbau der Anlage, die Anlieferung von Jungpflanzen und schließlich auch für den Abtransport des Endproduktes. Nach Einschätzungen der Kripo wurde das Duo für ihre „Bemühungen“ fürstlich entlohnt.
Recherchen dieser Zeitung ergaben, dass es sich um eine Wohnung im ehemaligen „Härtsfeldstüble“ handeln muss, wo sich mittlerweile ein Asiarestaurant befindet.

Die Beamten fanden dort eine professionell eingerichtete Aufzuchtanlage für Marihuanapflanzen auf etwa 50 Quadratmetern Fläche vor. Die 450 ausgewachsenen Marihuanapflanzen hätten laut Polizeiangaben nach etwa sechs Wochen eine Ernte von bis zu 30 Kilogramm Marihuana ermöglicht. Bei einem Marktwert von etwa zehn Euro pro Gramm schätzt die Polizei den Gesamtwert auf bis zu 300 000 Euro.
Der 51-jährige Mann wurde am Donnerstag einem Richter vorgeführt, der Haftbefehl erließ. Die sichergestellten Pflanzen werden vom Landeskriminalamt in Baden-Württemberg auf ihren Wirkstoffgehalt überprüft und anschließend, ebenso wie die Aufzuchtanlage, vernichtet, teilt die Polizei mit.
Rechtslage: In Deutschland ist laut Betäubungsmittelgesetz „Anbau, Herstellung, Handel, Einfuhr, Ausfuhr, Abgabe, sonstige Inverkehrbringung, Erwerb und Besitz von allen Pflanzenteilen und Saatgut von Hanf strafbar bzw. genehmigungspflichtig“. Seit Anfang 2009 gibt es die ersten Ausnahmegenehmigungen für die medizinische Verwendung von Cannabis. Der Konsum von Betäubungsmitteln ist in Deutschland nicht verboten. Begründet wird dies mit dem Prinzip der Straflosigkeit der Selbstschädigung aus dem deutschen Strafrecht. Es besteht die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit. Quelle: Wikipedia

Quelle: schwaebische-post.de

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