Für die einen ist Cannabis ein Genussmittel, harmloser als Alkohol. Andere warnen vor massiven Langzeitschäden durch Haschisch – und manche fordern seine Zulassung als Medikament gegen Schmerzen und Depressionen.
Von FOCUS-Online-Autorin Monika Preuk
Deutschland scheint benebelt zu sein – jeder dritte zwischen 12 und 25 Jahren hat bereits Cannabis probiert. Auch die Generation der Eltern steht dem nicht nach: Unter den bis zu 60-Jährigen haben 25 Prozent Erfahrung mit dem Rauschmittel. „Hasch einmal zu probieren ist nicht das wirkliche Problem“, sagt Suchtexperte Raphael Gaßmann. Wesentlich besorgniserregender seien Zahlen, die den regelmäßigen Konsum betreffen: Nach Aussage des Suchtexperten nutzen rund 4,4 Prozent der 18- bis 39-Jährigen Hasch mindestens einmal im Monat.

Dabei ist Cannabis für die einen harmloses Genussmittel, andere verteufeln es als gefährliche Droge. Einige Ärzte und Patienten schätzen seine Inhaltsstoffe als effektiv gegen bestimmte Nervenleiden, aber auch gegen die Nebenwirkungen einer Chemotherapie im Rahmen einer Krebserkrankung. Raphael Gaßmann stuft Cannabis eindeutig als Suchtmittel ein, vergleichbar mit Alkohol. Neurologin Kirsten Müller-Vahl stimmt im Prinzip zu, und warnt vor Folgeschäden des Konsums. Trotzdem sieht sie in Cannabis ein potentes Heilmittel und behandelt ihre Patienten erfolgreich mit Medikamenten aus einzelnen isolierten Wirkstoffen.

Fachliche Beratung: Dr. phil. Raphael Gaßmann, stellv. Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen; PD Dr. med. Kirsten Müller-Vahl, Oberärztin der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychatrie und Psychotherapie an der Medizinischen Hochschule Hannover, 1. Vorsitzende der Internationalen Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (IACM)

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