Hanf als berauschende Substanz versus Hanf in der Medizin

Da natürlich bei Hanfsamen immer die Möglichkeit besteht, diesen über Eigenanbau als psychoaktive Droge weiterzuverwenden, hat es sich der holländische Hanfzüchter Royal Queen Seeds zum selbst erklärten Ziel gemacht, durch Forschung und Entwicklung eine spezielle medizinische Linie von Hanf anzubieten, welche nicht potent (berauschend) ist, sondern bei der es gelungen ist, das THC in den Hintergrund zu drängen und das schmerzlindernde CBD in den Vordergrund zu stellen. Diese Linie richtet sich ganz nach den Bedürfnissen kranker und/oder unter Schmerzen leidender Patienten. Denn die Wirksamkeit von Hanf in der Schmerztherapie, aber auch bei der Behandlung von Erbrechen, Übelkeit, multipler Sklerose und Kachexie (eine intensive, krankhafte Abmagerung bedingt durch Essstörungen, Nahrungsentzug, Fehlernährung, chronische und auszehrende Krankheiten, etc.) konnte mittlerweile in einer Vielzahl von Studien nachgewiesen werden und ist gut dokumentiert. Vorklinische Studien lassen des Weiteren darauf hoffen, dass medizinischer Hanf in der Therapie spezifischer Krebsarten, bei gewissen psychiatrischen Symptomen, aber auch bei Autoimmunerkrankungen, entzündlichen Schmerzsyndromen und Epilepsie von positiver Wirksamkeit sein könnte.
Im Sinne des medizinischen Fortschritts kann dieser THC-arme Hanf als wertvolles wirtschaftliches und medizinisches Gut eingesetzt werden, ohne das Risiko von Missbrauch.

Aber Hanf ist nicht nur eine mögliches Rauschmittel und eine wunderbare Heilpflanze, sondern noch weitaus mehr!

Hanf – Die geniale Nutzpflanze

Hanf (Cannabis sativa) gehört weltweit zu den ältesten Nutz- und Zierpflanzen. Ursprünglich höchst wahrscheinlich aus Zentralasien (möglicherweise Kasachstan) stammend, hat sich die einjährige, krautige Pflanze aber bis heute in sämtlichen gemäßigten und tropischen Gebieten auf dem gesamten Erdballen ausgebreitet. Und das nicht ohne Grund unter Mithilfe des Menschen. Denn bei näherer Betrachtung wird der Hanf seinem negativ anmutenden Ruf als psychoaktive Droge in Form von Haschisch und Marihuana, der im heutzutage meist vorauseilt, nicht so ganz gerecht. So lassen sich doch 100 % dieser Pflanze zu unterschiedlichsten Zwecken in variierender Form weiterverarbeiten.

Die Hanfpflanze wächst auf nahezu allen Böden, sie braucht nur sehr wenig Düngung und bedarf keiner Verwendung von Herbiziden und Pestiziden, da sie von selbst das Wachstum von Unkraut hemmt und kaum anfällig ist, von Schädlingen und/oder Krankheiten befallen zu werden.

Schon die Alten Griechen und Ägypter kleideten sich in Kleidung aus der robusten Hanffaser. Zudem wurden mittelalterliche Langbögen mit Sehnen aus Hanffasern mit außergewöhnlicher Zugkraft bespannt.
Im 13. Jahrhundert stellte die Hanffaser in Form von Lumpen den wichtigsten Rohstoff für die Herstellung von gut haltbarem Papier dar. So wurde 1455 auch die weltberühmte Gutenbergbibel auf Papier aus Hanf gedruckt und selbst noch im Jahre 1776 die amerikanische Unabhängigkeitserklärung auf Hanfpapier dokumentiert.
Auch in der Schifffahrt bewährten sich die widerstandsfähigen Hanffasern, die zu Tüchern für die Segel, Seilen und Tauen verarbeitet wurden.
Selbst als formbeständiger und schadstofffreier Dämmstoff für Dächer, Wände und Böden besticht Hanf mit seiner Funktionalität beim Hausbau.
Und auch, wenn die Entwicklung noch nicht ausgereift ist: Hanf (in Form von Hanfbriketts, Hanfpellets, …) könnte in Zukunft eine gute, erneuerbare Energiequelle zum Heizen darstellen, als bessere Alternative zu fossilen Brennstoffen und v. a. Kernenergie.
Die wertvollen Hanfsamen, die auch Hanfnüsse genannt werden, finden in erster Linie als leicht verdauliches Lebensmittel vielfältige Anwendung. Sie sind grünlich grau bis bräunlich gefärbt und sind nur ungefähr 3 bis 4 mm groß. Ihr Reichtum an wertvollen Fetten, Kohlenhydraten, Proteinen, Spurenelementen und Vitaminen macht sie zu einem wahren Superfood. Hanföl beispielsweise kann aber auch äußerlich (heilkundlichen und kosmetischen) zur Anwendung kommen.
Sortenunabhängig besitzen die Hanfsamen kein THC (Tetrahydrocannabinol), welches zu den psychoaktiven Cannabinoiden zählt und über berauschende Wirkung verfügt.
Die Tatsache, dass in Hanfsamen jede einzelne der acht für den menschlichen Organismus essentiellen Aminosäuren enthalten sind, macht diesen zu einer einmaligen Proteinquelle für den Menschen.
Bei den Vitaminen seien im Speziellen die Vitamine B1 (Thiamin/Aneurin, im Volksmund „Stimmungsvitamin“ genannt, welches wichtig für die Nerven ist) und B2 (Riboflavin/Lactoflavin, auch als „Wachstumsvitamin“ bekannt) hervorzuheben.

Unterschiedliche Verwendungsmöglichkeiten von Hanfsamen

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Hanfnüsse lassen sich, geschält, wie ungeschält, geröstet oder ungeröstet, in Brot- oder Kuchenteige untermengen.
Im Müsli oder Joghurt kommen besonders geschälte Hanfsamen hervorragend zur Geltung.
Man kann Hanfnüsse aber auch schlichtweg geröstet oder ungeröstet knabbern wie Nüsschen.
Auch sind sie die Basis für die traditionelle schlesische Hanfsuppe, welche in altem Brauchtum als erster Gang am Heiligen Abend serviert wird. Durch mehrmaliges Aufkochen der Hanfnüsse in Wasser erhält man eine Brühe, die man abseiht, mit Mehl bindet und mit Salz, Zucker und unterschiedlichsten Gewürzen und möglicherweise auch Sahne, Butter oder Milch abschmeckt.

Hanföl
Grundsätzlich ist bei der Gewinnung von Hanföl aus den stark ölhaltigen Hanfsamen stets eine Kaltpressung in einer Ölmühle zu empfehlen. Nur durch diese schonende Form der Ölpressung kann gewährleistet werden, dass die hochwertvollen Inhaltsstoffe der Samen auch erhalten bleiben. Durch Hitze bei der Pressung würden diese stark reduziert oder gar vollkommen zerstört werden. Das bei der Kaltpressung erhaltene „native“ Pflanzenöl ist durch die in der Pflanze enthaltenen Carotinoide und Chlorophylle grünlich-gelb gefärbt, besitzt einen sehr intensiven krautigen Duft und schmeckt stark krautig bis leicht nussig.

Für eine äußerliche Anwendung verwendet die Kosmetikindustrie Hanföl v. a. als Bestandteil in Cremes, Massageölen, Seifen, Salben oder Shampoos. Besonders bietet es sich allerdings an, direkt das reine, unverfälschte native Hanföl aufzutragen. Es zieht rasch in die Haut ein, schenkt ihr Feuchtigkeit und Schutz, beruhigt diese und arbeitet zudem Juckreiz stillend. Bei kosmetischen Hautproblemen stärkt und heilt es gestresste, schuppige und trockene Haut ebenso wie rissige Lippen und bietet diesen Schutz vor Kälte. Der hohe Anteil der Gamma-Linolensäure unterstützt die Narbenheilung und spielt bei der Therapie diverser Hauterkrankungen wie z. B. Schuppenflechte (Psoriasis) oder Neurodermitis eine tragende Rolle.

Bei der inneren Anwendung von Hanföl ist eine Kaltpressung absolut unumgänglich, denn nur so lässt sich gewährleisten, dass all die wertvollen Inhaltsstoffe der Hanfsamen über das Hanföl im Körper auch tatsächlich zur Wirkung kommen können. Denn Hanföl besitzt nicht nur Antioxidantien, Mineralstoffe und Vitamine, sondern zudem einen sehr hohen Anteil an essenziellen Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren. Besonders zu beachten ist bei diesen beiden Omega-Fettsäuren das für die menschliche Gesundheit ideale Fettsäureverhältnis von 3:1. Über eben dieses verfügt Hanföl in Perfektion, d. h., Hanföl besitzt drei Teile Omega-6-Fettsäuren zu einem Teil Omega-3-Fettsäuren. Die Ausgewogenheit dieses Verhältnisses sorgt für ein starkes Immunsystem, reguliert den Blutdruck, hemmt Entzündungen, optimiert die Nerven- und Gehirnfunktionen, produziert und reguliert wichtige Hormone (v. a. für Frauen während des Prämenstruellen Syndroms und der Wechseljahre sehr hilfreich) und regeneriert und repariert Körperzellen. Nicht umsonst empfiehlt sogar die WHO (World Health Organisation) die Einbindung und regelmäßige Verwendung von Hanföl in der Ernährung.

Hanfmehl
Feines, proteinreiches Hanfmehl wird mittels speziellem Mahlverfahren aus den bei der Hanfölproduktion verbleibenden Pressrückständen der Hanfnüsse gewonnen. Beim Backen kann es durch etwa 10 – 15 % des herkömmlichen Mehls aus Getreide ersetzt werden, es eignet sich aber auch hervorragend zum Soßen- oder Suppenbinden und verleiht allen Speisen eine nussige Geschmackskomponente.

Hanfmilch
Mit 80 % mehrfach gesättigten Fettsäuren und reich an pflanzlichen Eiweißen, Magnesium und Kalium ist die nussig schmeckende Hanfmilch aus Hanfsamen und Wasser in der Zusammensetzung seiner Inhaltsstoffe nicht nur für Veganer und Menschen mit Laktoseintoleranz eine wunderbare Alternative zur Kuhmilch, sondern sie stellt generell für alle das gesündere Getränk dar.

Proteinpulver
Proteinpulver aus Hanf ist eine wahre Bombe an Nährstoffen. Zum einen, weil es alle acht für den menschlichen Organismus nötigen essenziellen Aminosäuren zu einem nennenswerten Anteil enthält, zum anderen aber auch wegen seines optimalen Omega-Fettsäuren-Verhältnisses und seinem hohen Gehalt an Mineralstoffen und Vitaminen.
Diese Inhaltsstoffe lassen sich zwar auch durch das Knabbern der Hanfnüsse aufnehmen, in Pulverform können sie aber wunderbar in Smoothies, Shakes, Teige für Brote und Kuchen, etc. eingerührt werden. Des Weiteren stellt das ballaststoffreiche Proteinpulver eine ideale Nahrungsergänzung für Sportler dar.

Hanf als Tierfutter
Gerne werden Hanfsamen auch als wertvolle Nahrungsergänzung in Tierfutter für Vögel, Fische und Säugetiere verwendet. Sie können helfen, Mangelerscheinungen vorzubeugen. Der THC-Gehalt dieses „Vogelhanfs“ geht gegen Null, aber auch sein Anteil an schmerzstillendem CBD (Cannabidiol).