Hanf
– zum schulischen Umgang mit einer (un-)typischen Rohstoffpflanze –
Die Vorstellungen, die Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe mit ‚Hanf’ verbinden, sind z. T.
widersprüchlich: Da ist einerseits die oft sensationsheischende Drogen-Berichterstattung in den
Medien, anderseits kommen Hanftextilien in Mode, ohne dass der Begriff nachwachsende Rohstoffe
eine konkrete Bedeutung besäße. Aus diesem Widerspruch bestimmt sich das methodische Vorgehen
im Unterricht: Der Zusammenhang zwischen Pflanzen als Nahrungsmittellieferanten und den
gleichen Pflanzen als Produzenten von Rohstoffen für technische Verwendungszwecke kann nur
durch eine praxisnahe, so weit wie möglich durch Experimente gestützte Bearbeitung dieses Themas
erschlossen werden.

Anknüpfen an den Erfahrungsbereich der Schüler
Eine wichtige Frage ist, ob sich ein Thema wenigstens teilweise von der Erfahrungswelt der Schülerinnen
und Schüler aus entwickeln lässt. Oberraschenderweise trifft dies auf den Hanf zu: Hanfseile,
aber auch Werg zum Dichten von Wasserrohren sind vielen bekannt, Kleidungsstücke aus Hanffasern
gibt es inzwischen in jeder größeren Stadt. Einen weiteren Anknüpfungspunkt stellt die aktuelle
Diskussion um die Freigabe von Hanf als Droge in den Medien dar, wenn auch dieser Aspekt im
Unterricht der Mittelstufe nur bedingt aufgearbeitet werden kann. Und schließlich lassen sich auch die
Fragen der individuellen Orientierung bei Kauf und Konsum von Produkten am Hanf diskutieren und
in ihrer Bedeutung abklären.

Eine kleine Geschichte des Hanf
Hanf ist eine der ältesten und bekanntesten Kulturpflanzen. Seit 5.000 Jahren – manche Quellen
sprechen sogar von 10.000 Jahren – ist Hanf in den planmäßigen Ackerbau als Faserlieferant und
Heilpflanze eingebunden. Zuerst wurde er in Asien kultiviert. Schon damals wurden aus dieser Pflanze
Kleider gefertigt, Nahrungsmittel gewonnen und Hanf-Bogensehnen hergestellt. Der früheste
europäische Hanf-Textilfund stammt aus der Pariser Grabstätte der Merowinger Königin Adelgunde,
die 565 n. Chr. in Hanfgewebe eingewickelt beigesetzt wurde. Hanftextilien und -samen fand man
auch bei den Wikingern als königliche Grabbeigaben. 800 n. Chr. ordnete Karl der Große schriftlich
den Anbau von Hanf an. Im Mittelalter gab es auch in England eine Anbaupflicht für Hanf, um die
Herstellung von Schiffssegeln, Tauwerk und Kleidung zu sichern.
Zu Zeiten Napoleons fand die Hanffaser nicht nur in der Seefahrt für Segel und Taue Verwendung,
sondern es wurden auch 80 % aller Textilien und Stoffe für Kleidungsstücke, Zelte, Teppiche, Gardinen,
Handtücher, Windeln usw. aus Hanf gefertigt. Ab dem 15. Jahrhundert stellte Hanf außerdem
den meistbenutzten Papierrohstoff dar. Auch wurden fast alle Farben und Lacke aus Hanföl oder
Leinöl hergestellt, und schließlich diente Hanföl auch als Brennstoff für die damals üblichen Öllampen.

M. Geyer, L. Stäudel, H. Wöhrmann: Hanf – zum schulischen Ungang mit einer (un)typischen Rohstoffpflanze

In: Naturwissenschaften im Unterricht – Chemie, 9. Jh., Heft 45 (Mai 1998), S. 24-25
Das Verschwinden des Hanf und seine Renaissance als Rohstoffpflanze
Ab Mitte des 18. Jahrhunderts stellte Baumwolle aus den Kolonien eine starke Konkurrenz zum
Hanf dar. Kostengünstig -weil mit Sklavenarbeit – produziert ruinierten die sinkenden Baumwollpreise
den Hanfmarkt. Auch Jute und Holz konnten jetzt billiger erschlossen werden, teils aufgrund
technischer Neuerungen, teils durch die Beherrschung neuer Produzentenländer. In der Folge ging
der Hanfanbau in vielen Ländern Europas stark zurück und kam in Deutschland sogar fast vollständig
zum Erliegen.

Abgesehen von der Sonderrolle, die heimische Rohstoffe während des 1. und 2. Weltkriegs spielten,
sollte sich der Hanf von diesem Niedergang nicht mehr erholen. Sein vorläufiges Ende kam schließlich
mit der Entwicklung und massenweisen Produktion der synthetischen Fasern und Öle.
In Deutschland wurde das Hanfanbauverbot 1996 nach 14 Jahren wieder aufgehoben und die landwirtschaftliche
Nutzung von Hanf mit 0,3 %igem Tetrahydro-Cannabiol (THC)-Gehalt ermöglicht.
Der Anbau ist landwirtschaftlichen Betrieben allerdings erst nach einer Meldung an die Bundesanstalt
für Ernährung und Landwirtschaft gestattet und dann auch nur mit behördlich zugelassenem Saatgut
für eine THC-arme Hanfsorte.
Gesellschaftspolitische Inhalte und umweltrelevante Fragestellungen
Der Hanf eignet sich auch, die Grenzen und Folgen der massenhaften industriellen Nutzung von
nachwachsenden Rohstoffen zu thematisieren.
Da jeder Anbau von Rohstoffpflanzen in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion steht, die verfügbare
landwirtschaftliche Fläche aber begrenzt ist, können nachwachsende Rohstoffe ohne eine
Veränderung des Konsumverhaltens keine dauerhafte Lösung bringen. Zudem wirkt der Pflanzenanbau
zur Rohstoffgewinnung auch den Bemühungen zur neuerlichen Extensivierung der Landwirtschaft
entgegen.

Als einheimische Pflanze eignet sich Hanf darüber hinaus auch, das Verhältnis von erster und dritter
Welt in Bezug auf die Rohstoffgewinnung zu hinterfragen. Eine zukunftsfähige Wirtschaft kann sich in
diesem Sinne nur dann entwickeln, wenn die Interessen der beteiligten Länder in ökonomischer und
ökologischer Sicht ausgeglichen sind: Pflanzenöle und Fasern aus heimischer Produktion können
hierzu einen zumindest indirekten Beitrag leisten, weil sie viel eher zu ihrem wahren Preis verkauft
werden müssen, als billige Importe, die zu Lasten der Erzeugerländer gehen.
Methodische Probleme
Betrachtet man die Rohstoffe des Hanf, so zeigt sich unmittelbar die Begrenzung für die experimentelle
unterrichtliche Bearbeitung. Mit Fasern lassen sich technologische Versuche machen: eine Prüfung
der Reißfestigkeit, der Feuchtigkeitsaufnahme oder der Färbbarkeit; die Cellulose bietet als
Grundsubstanz dieser und anderer Fasern wenig experimentellen Spielraum. Die Kohlenstoffbasis
kann durch Behandeln mit konzentrierter Schwefelsäure zum Vorschein gebracht werden, als
Verbrennungsprodukte werden CO2 und Wasser nachgewiesen. Ähnlich beim Hanföl: Verharzen,
Verbrennen, Verseifen, der Rest ist Technologie.
M. Geyer, L. Stäudel, H. Wöhrmann: Hanf – zum schulischen Ungang mit einer (un)typischen Rohstoffpflanze

In: Naturwissenschaften im Unterricht – Chemie, 9. Jh., Heft 45 (Mai 1998), S. 24-25
Um den Begriff des „nachwachsenden Rohstoffs Hanf“ angemessen füllen zu können, reichen diese
Zugangsmöglichkeiten nicht aus. Vielmehr bedarf es einer möglichst breit angelegten Repräsentation
der Pflanze, der von ihr gelieferten Rohstoffe und deren Verwertungsmöglichkeiten.
Der Kistenservice der Gesamthochschule Kassel
Mit diesem Projekt werden den Lehrerinnen und Lehrern der Region seit einigen Jahren Hilfestellungen
für eine Verbesserung des naturwissenschaftlichen Experimentalunterrichts geboten. Zu bestimmten
Themen (von Umweltbelastung über ausgewählte Beispiele chemischer Technologien bis hin zu
innovativen Bereichen wie nachwachsenden Rohstoffen) wurden Versuche zusammengestellt und mit
allen benötigten Hilfsmitteln in stabile Transportkisten verpackt. Diese Sets können kostenlos ausgeliehen
und im Unterricht eingesetzt werden.1)
Die Hanfkiste
Die „Hanf-Kiste“ enthält 8
Objektkästen im DIN A
4-Format deren Inhalt sich
sowohl zum Ansehen, zum
Anfassen wie auch zum
Damit-Arbeiten eignet
(Abb. 1). Eine Begleitmappe
mit Informationsmaterialien
enthält
zudem zwei Videofilme und
diverse weitere
Anschauungsobjekte. Die
Themen der einzelnen
Objektkästen lauten:
(1) Hanf als Rohstofflieferant für Fasern und Öl: Hanfsamen und -fasern
(2) Hanffaser 1: Hanfschnur und Seil
(3) Dichten mit Hanf: Quellfähigkeit der Faser, Abdichten eines Wasserrohrs mit Hanffasern
(4) Hanfpapier: Papier unterschiedlicher Stärke zum Anfühlen
(5) Hanffasern 11: Formteile der Innenverkleidung eines Pkws
(6) Stoffe und Textilien aus Hanf: Stoffproben unterschiedlicher Feinheit
(7) Hanfschäben: als Dämmstoff und Ausgleichsschüttung
(8) Hanfkosmetik: Hanfcreme und Hanfseife.
Kasten (1) stellt die Hanfpflanze als Rohstofflieferant für Fasern und Öl vor. Er enthält Hanfsamenund
fasern und kann Ausgangspunkt sein, sich mit den botanischen Aspekten zu beschäftigen.
Im begleitenden Versuch geht es um die Gewinnung von Öl aus den Hanfsamen. Neben dem bekannten
Ölflecktest wird ein Modellversuch zur technischen Ölgewinnung vorgeschlagen.
M. Geyer, L. Stäudel, H. Wöhrmann: Hanf – zum schulischen Ungang mit einer (un)typischen Rohstoffpflanze
In: Naturwissenschaften im Unterricht – Chemie, 9. Jh., Heft 45 (Mai 1998), S. 24-25
___________________________________________________________________________
Traditionelle und aktuelle Produkte auf Hanf-Basis
Fasern: Im Unterschied zur Baumwolle, die zu den Faserpflanzen zählt, gehört Hanf zu den Bastfaserpflanzen.
Die grobe Hanffaser ist eine der festesten und beständigsten Naturfasern und wurde
vorwiegend für industrielle Zwecke eingesetzt.
Durch moderne Aufschlussverfahren – beispielsweise den Ultraschallaufschluss – erhält man eine
verfeinerte, mit der Baumwolle vergleichbare Hanfkurzfaser, die als Flockenbast bezeichnet wird.
Dieser kann, direkt oder z. B. im Gemisch mit Baumwolle, zu hochwertigen Feintextilien weiterverarbeitet
werden.
Die beim Faseraufschluss anfallenden Holzreste des Stängels, die sogenannten Schäben, stellen ein
vergleichsweise preiswertes Baumaterial dar. Zusammen mit Hanffasern werden sie z. B. zur Herstellung
von hochwertigem Bau- und Dämmmaterial (Spanplatten, Schüttdämmung und Isolierputz)
eingesetzt.
Hanföl: Hanfsamen haben einen Fettgehalt von ca. 35 %. Sie liefern ausgepresst ein hochwertiges
Speiseöl, das einen sehr hohen Anteil an z. T. mehrfach ungesättigten Fettsäuren aufweist. Die im
Hanf vorhandene Linolsäure und die a-Linolensäure zählen zudem zu den essentiellen Omega-3-
Fettsäuren. Der mit Eiweiß angereicherte Ölkuchen, der nach dem Auspressen der Samen zurückbleibt,
kann gut dem Viehfutter beigemischt werden. Gemahlene Hanfsamen können z. B. zu einem
Brotaufstrich oder in einem Brotteig verarbeitet werden.
Technisch wird Hanföl u. a. in der Kosmetikindustrie eingesetzt, weiterhin für die Holzpflege, zur
Herstellung von Biokunstoffen, in der Reinigungsmittelindustrie sowie in der Medizin. Dort kann das
Öl wegen des sehr hohen Gehalts an Linolen-Säure u. a. bei der Behandlung von Neurodermitis und
anderen chronischen Hautkrankheiten genutzt werden. Die Tensidherstellung aus Hanföl ermöglicht
eine Produktpalette, die von Körperpflege- bis hin zu Waschmitteln reicht.
Medizinische Anwendungen: Der systematische Name der Hanfpflanze Cannabis sativa, Cannabis
indica verweist auf die wirksamen Inhaltsstoffe der Hanfpflanze, die Cannabinoide. Die getrockneten
Hüllblätter der Samen werden als Marihuana bezeichnet, das Harz der Pflanze als Haschisch. Die
berauschende Wirkung des Hanf ist seit Jahrtausenden bekannt und hat seit den 70er Jahren in
Deutschland zu einer gewissen Verbreitung als Droge geführt. Der Wirkstoff Tetrahydrocannabiol
(THC) hat sowohl psychische Wirkungen wie auch Auswirkungen auf das vegetative Nervensystem.
Nebeneffekte sind Hungergefühle, beschleunigter Herzschlages und Mundtrockenheit.
Als sinnvoller medizinischer Einsatz wird die Gabe von Cannabis bei Schmerzzuständen diskutiert.
Cannabis wirkt nämlich auf das zentrale Nervensystem und die Schmerzbahnen im Rückenmark. Bei
Krämpfen wirkt THC entspannend, es senkt den Augeninnendruck und erweitert die Bronchien, so
dass es sich als Mittel gegen den grünen Star und gegen Asthma empfiehlt.
___________________________________________________________________________
Im Zusammenanhang mit der Fasergewinnung kann das früher eingesetzte sogenannte Wasserröstverfahren
im Unterricht nachempfunden werden: Pflanzenstängel werden in Wasser eingeweicht, die
äußeren Schäben abgelöst und die Fasernbündel mehrfach durch ein Holzbrett mit Nägeln gezogen.
M. Geyer, L. Stäudel, H. Wöhrmann: Hanf – zum schulischen Ungang mit einer (un)typischen Rohstoffpflanze
In: Naturwissenschaften im Unterricht – Chemie, 9. Jh., Heft 45 (Mai 1998), S. 24-25
Kasten (2) enthält verschiedene aus
Hanffasern gefertigte Seilstücke.
Diese Verwendung als Garn oder
Seil kann zum Anlass genommen
werden, die Bedeutung der
Hanfpflanze in früheren Jahrhunderten
zu beleuchten.
Kasten (3) zeigt die wohl
bekannteste Verwendung des Hanfs.
Mit einem Rohrstück, Hanffasern
und Dichtungsfett können die
Schülerinnen und Schüler praktisch
das Dichten von Rohren erproben.
Kasten (4) enthält Hanfpapiere
verschiedener Stärke. Mit zusätzlich
in der Experimentierkiste vorhandenem
Hanfpapier können
verschiedene Versuche durchgeführt
werden (Schriftproben, Vergleich
mit Holzpapier, u. a.).
Der 5. Kasten enthält die Formteile
einer Autoinnenverkleidung. In einer
Informationsbroschüre des Herstellers wird die Anfertigung solcher Formteile näher beschrieben.
Kasten (6) enthält Stoffproben aus Hanffasern, die den Vergleich verschiedener Stoffqualitäten
ermöglichen. An einem beigelegten Stück Stoff kann verschiedenes ausprobiert werden (Färbeversuche,
Vergleich mit Synthese- und Baumwollstoffen, Seide und Wolle).
Der 7. Kasten stellt naturbelassene und bitumisierte Hanfschäben vor. Letztere dienen als Ausgleichsschüttung
bei der Altbausanierung bzw. werden als Dämmmaterial verwendet
Als letztes zeigt Kasten (8) mit Creme und Seife zwei typische Produkte auf Hanfölbasis. Neben
dem Testen dieser Kosmetika können im Unterricht Cremes und Seifen auch selbst aus Hanföl
hergestellt werden.
Erste Erfahrungen
Die bisherigen Erfahrungen mit der Hanf-Kiste sind durchaus erfolgversprechend. Die Rähmchen
wurden einerseits als Ausstellung in der Schule präsentiert, andererseits aber auch für die Kleingruppenarbeit
eingesetzt. Es zeigte sich jedoch auch, dass Hanf als Rohstoffpflanze noch deutlich exotische
Züge trägt. Insbesondere richten sich die Erwartungen – besonders von Schülerseite -zunächst
auf den von den Medien aufgeheizten Drogenaspekt, der in der Praxis des Rohstoffs Hanf in unseren
Breiten jedoch so gut wie keine Rolle spielt. Eine Bearbeitung dieses Aspektes kann in der Mittelstufe
nur bedingt stattfinden, und zudem muss diese auf einige wichtige theoretische Elemente begrenzt
bleiben. Hierzu gibt das Experimentierset ebenfalls Anregungen, ohne jedoch eine erschöpfende
Bearbeitung des Drogen- und Sucht-Aspektes beanspruchen zu wollen oder zu können.
M. Geyer, L. Stäudel, H. Wöhrmann: Hanf – zum schulischen Ungang mit einer (un)typischen Rohstoffpflanze
In: Naturwissenschaften im Unterricht – Chemie, 9. Jh., Heft 45 (Mai 1998), S. 24-25
Anmerkung
1) Eine Übersicht über alle im Rahmen des „Kistenprojektes“ angebotenen Themen enthält eine
24-seitige Broschüre, die bei Interesse bei den Autoren angefordert werden kann.
Literatur
[1] BUND Landesverband Baden-Württemberg (Hrsg.): Rohstoff Hanf. GLOBUS H. 1/1997
[2] K. Drescher: Anbau, Ernte und Aufbereitung sowie Verwendung von Hanf. Bonn: Bundesministerium
für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, 1996.
[3] Enquete-Kommission „Schutz des Menschen und der Umwelt“ des Deutschen Bundestages
(Hrsg.): Die Industriegesellschaft gestalten. Perspektiven für einen nachhaltigen Umgang mit
Stoff- und Materialsträmen. Bonn: Economia Verlag, 1994
[4] H. Eierdanz: Perspektiven nachwachsender Rohstoffe in der Chemie. Weinheim: Verlag Chemie,
1996.
[5] J. Herer, M. Bröckers (Hrsg.): Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf Cannabis Marihuana.
Frankfurt / M. Zweitausendeins, 1994.
[6] Nova-Institut: Biorohstoff Hanf, Köln: 1995.
[7] Praxis der Naturwissenschaften Chemie. Themenheft Nachwachsende Rohstoffe. Köln: Aulis
Verlag Deubner, Heft 6/45,1996.
[8] L. Stäudel, D. Sauer: Nachwachsende Rohstoffe. In: RAAbits. Impulse und Materialien für die
kreative Unterrichtsgestaltung – Chemie. Stuttgart: Raabe Verlag. 1994
[9] L. Stäudel: Auf der Suche nach Alternativen. In: Die Deutsche Schule. Schlüsselprobleme im
Unterricht. Weinheim: Juventa Verlag, 1995.
[10]L. Stäudel, K. Mander, M. Rudolph: Das Leinöl-Projekt – fächerübergreifender Unterricht für
die Mittel- und Oberstufe. In: PdN-Chemie 44 Jg. H. 6 / 1995, S. 8-12
[11] Textilforum: Hanf-Bilanz. Hannover: Textilwerk.-Verl., H. 2,1995.
[12] F. Waskow, Katalyse-Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Hanf & Co.: die Renaissance
der heimischen Faserpflanzen. Göttingen: Verlag Die WerkstattHanf
– zum schulischen Umgang mit einer (un-)typischen Rohstoffpflanze –
Die Vorstellungen, die Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe mit ‚Hanf’ verbinden, sind z. T.
widersprüchlich: Da ist einerseits die oft sensationsheischende Drogen-Berichterstattung in den
Medien, anderseits kommen Hanftextilien in Mode, ohne dass der Begriff nachwachsende Rohstoffe
eine konkrete Bedeutung besäße. Aus diesem Widerspruch bestimmt sich das methodische Vorgehen
im Unterricht: Der Zusammenhang zwischen Pflanzen als Nahrungsmittellieferanten und den
gleichen Pflanzen als Produzenten von Rohstoffen für technische Verwendungszwecke kann nur
durch eine praxisnahe, so weit wie möglich durch Experimente gestützte Bearbeitung dieses Themas
erschlossen werden.
Anknüpfen an den Erfahrungsbereich der Schüler
Eine wichtige Frage ist, ob sich ein Thema wenigstens teilweise von der Erfahrungswelt der Schülerinnen
und Schüler aus entwickeln lässt. Oberraschenderweise trifft dies auf den Hanf zu: Hanfseile,
aber auch Werg zum Dichten von Wasserrohren sind vielen bekannt, Kleidungsstücke aus Hanffasern
gibt es inzwischen in jeder größeren Stadt. Einen weiteren Anknüpfungspunkt stellt die aktuelle
Diskussion um die Freigabe von Hanf als Droge in den Medien dar, wenn auch dieser Aspekt im
Unterricht der Mittelstufe nur bedingt aufgearbeitet werden kann. Und schließlich lassen sich auch die
Fragen der individuellen Orientierung bei Kauf und Konsum von Produkten am Hanf diskutieren und
in ihrer Bedeutung abklären.
Eine kleine Geschichte des Hanf
Hanf ist eine der ältesten und bekanntesten Kulturpflanzen. Seit 5.000 Jahren – manche Quellen
sprechen sogar von 10.000 Jahren – ist Hanf in den planmäßigen Ackerbau als Faserlieferant und
Heilpflanze eingebunden. Zuerst wurde er in Asien kultiviert. Schon damals wurden aus dieser Pflanze
Kleider gefertigt, Nahrungsmittel gewonnen und Hanf-Bogensehnen hergestellt. Der früheste
europäische Hanf-Textilfund stammt aus der Pariser Grabstätte der Merowinger Königin Adelgunde,
die 565 n. Chr. in Hanfgewebe eingewickelt beigesetzt wurde. Hanftextilien und -samen fand man
auch bei den Wikingern als königliche Grabbeigaben. 800 n. Chr. ordnete Karl der Große schriftlich
den Anbau von Hanf an. Im Mittelalter gab es auch in England eine Anbaupflicht für Hanf, um die
Herstellung von Schiffssegeln, Tauwerk und Kleidung zu sichern.
Zu Zeiten Napoleons fand die Hanffaser nicht nur in der Seefahrt für Segel und Taue Verwendung,
sondern es wurden auch 80 % aller Textilien und Stoffe für Kleidungsstücke, Zelte, Teppiche, Gardinen,
Handtücher, Windeln usw. aus Hanf gefertigt. Ab dem 15. Jahrhundert stellte Hanf außerdem
den meistbenutzten Papierrohstoff dar. Auch wurden fast alle Farben und Lacke aus Hanföl oder
Leinöl hergestellt, und schließlich diente Hanföl auch als Brennstoff für die damals üblichen Öllampen.
M. Geyer, L. Stäudel, H. Wöhrmann: Hanf – zum schulischen Ungang mit einer (un)typischen Rohstoffpflanze
In: Naturwissenschaften im Unterricht – Chemie, 9. Jh., Heft 45 (Mai 1998), S. 24-25
Das Verschwinden des Hanf und seine Renaissance als Rohstoffpflanze
Ab Mitte des 18. Jahrhunderts stellte Baumwolle aus den Kolonien eine starke Konkurrenz zum
Hanf dar. Kostengünstig -weil mit Sklavenarbeit – produziert ruinierten die sinkenden Baumwollpreise
den Hanfmarkt. Auch Jute und Holz konnten jetzt billiger erschlossen werden, teils aufgrund
technischer Neuerungen, teils durch die Beherrschung neuer Produzentenländer. In der Folge ging
der Hanfanbau in vielen Ländern Europas stark zurück und kam in Deutschland sogar fast vollständig
zum Erliegen.
Abgesehen von der Sonderrolle, die heimische Rohstoffe während des 1. und 2. Weltkriegs spielten,
sollte sich der Hanf von diesem Niedergang nicht mehr erholen. Sein vorläufiges Ende kam schließlich
mit der Entwicklung und massenweisen Produktion der synthetischen Fasern und Öle.
In Deutschland wurde das Hanfanbauverbot 1996 nach 14 Jahren wieder aufgehoben und die landwirtschaftliche
Nutzung von Hanf mit 0,3 %igem Tetrahydro-Cannabiol (THC)-Gehalt ermöglicht.
Der Anbau ist landwirtschaftlichen Betrieben allerdings erst nach einer Meldung an die Bundesanstalt
für Ernährung und Landwirtschaft gestattet und dann auch nur mit behördlich zugelassenem Saatgut
für eine THC-arme Hanfsorte.
Gesellschaftspolitische Inhalte und umweltrelevante Fragestellungen
Der Hanf eignet sich auch, die Grenzen und Folgen der massenhaften industriellen Nutzung von
nachwachsenden Rohstoffen zu thematisieren.
Da jeder Anbau von Rohstoffpflanzen in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion steht, die verfügbare
landwirtschaftliche Fläche aber begrenzt ist, können nachwachsende Rohstoffe ohne eine
Veränderung des Konsumverhaltens keine dauerhafte Lösung bringen. Zudem wirkt der Pflanzenanbau
zur Rohstoffgewinnung auch den Bemühungen zur neuerlichen Extensivierung der Landwirtschaft
entgegen.
Als einheimische Pflanze eignet sich Hanf darüber hinaus auch, das Verhältnis von erster und dritter
Welt in Bezug auf die Rohstoffgewinnung zu hinterfragen. Eine zukunftsfähige Wirtschaft kann sich in
diesem Sinne nur dann entwickeln, wenn die Interessen der beteiligten Länder in ökonomischer und
ökologischer Sicht ausgeglichen sind: Pflanzenöle und Fasern aus heimischer Produktion können
hierzu einen zumindest indirekten Beitrag leisten, weil sie viel eher zu ihrem wahren Preis verkauft
werden müssen, als billige Importe, die zu Lasten der Erzeugerländer gehen.
Methodische Probleme
Betrachtet man die Rohstoffe des Hanf, so zeigt sich unmittelbar die Begrenzung für die experimentelle
unterrichtliche Bearbeitung. Mit Fasern lassen sich technologische Versuche machen: eine Prüfung
der Reißfestigkeit, der Feuchtigkeitsaufnahme oder der Färbbarkeit; die Cellulose bietet als
Grundsubstanz dieser und anderer Fasern wenig experimentellen Spielraum. Die Kohlenstoffbasis
kann durch Behandeln mit konzentrierter Schwefelsäure zum Vorschein gebracht werden, als
Verbrennungsprodukte werden CO2 und Wasser nachgewiesen. Ähnlich beim Hanföl: Verharzen,
Verbrennen, Verseifen, der Rest ist Technologie.
M. Geyer, L. Stäudel, H. Wöhrmann: Hanf – zum schulischen Ungang mit einer (un)typischen Rohstoffpflanze
In: Naturwissenschaften im Unterricht – Chemie, 9. Jh., Heft 45 (Mai 1998), S. 24-25
Um den Begriff des „nachwachsenden Rohstoffs Hanf“ angemessen füllen zu können, reichen diese
Zugangsmöglichkeiten nicht aus. Vielmehr bedarf es einer möglichst breit angelegten Repräsentation
der Pflanze, der von ihr gelieferten Rohstoffe und deren Verwertungsmöglichkeiten.
Der Kistenservice der Gesamthochschule Kassel
Mit diesem Projekt werden den Lehrerinnen und Lehrern der Region seit einigen Jahren Hilfestellungen
für eine Verbesserung des naturwissenschaftlichen Experimentalunterrichts geboten. Zu bestimmten
Themen (von Umweltbelastung über ausgewählte Beispiele chemischer Technologien bis hin zu
innovativen Bereichen wie nachwachsenden Rohstoffen) wurden Versuche zusammengestellt und mit
allen benötigten Hilfsmitteln in stabile Transportkisten verpackt. Diese Sets können kostenlos ausgeliehen
und im Unterricht eingesetzt werden.1)
Die Hanfkiste
Die „Hanf-Kiste“ enthält 8
Objektkästen im DIN A
4-Format deren Inhalt sich
sowohl zum Ansehen, zum
Anfassen wie auch zum
Damit-Arbeiten eignet
(Abb. 1). Eine Begleitmappe
mit Informationsmaterialien
enthält
zudem zwei Videofilme und
diverse weitere
Anschauungsobjekte. Die
Themen der einzelnen
Objektkästen lauten:
(1) Hanf als Rohstofflieferant für Fasern und Öl: Hanfsamen und -fasern
(2) Hanffaser 1: Hanfschnur und Seil
(3) Dichten mit Hanf: Quellfähigkeit der Faser, Abdichten eines Wasserrohrs mit Hanffasern
(4) Hanfpapier: Papier unterschiedlicher Stärke zum Anfühlen
(5) Hanffasern 11: Formteile der Innenverkleidung eines Pkws
(6) Stoffe und Textilien aus Hanf: Stoffproben unterschiedlicher Feinheit
(7) Hanfschäben: als Dämmstoff und Ausgleichsschüttung
(8) Hanfkosmetik: Hanfcreme und Hanfseife.
Kasten (1) stellt die Hanfpflanze als Rohstofflieferant für Fasern und Öl vor. Er enthält Hanfsamenund
fasern und kann Ausgangspunkt sein, sich mit den botanischen Aspekten zu beschäftigen.
Im begleitenden Versuch geht es um die Gewinnung von Öl aus den Hanfsamen. Neben dem bekannten
Ölflecktest wird ein Modellversuch zur technischen Ölgewinnung vorgeschlagen.
M. Geyer, L. Stäudel, H. Wöhrmann: Hanf – zum schulischen Ungang mit einer (un)typischen Rohstoffpflanze
In: Naturwissenschaften im Unterricht – Chemie, 9. Jh., Heft 45 (Mai 1998), S. 24-25
___________________________________________________________________________
Traditionelle und aktuelle Produkte auf Hanf-Basis
Fasern: Im Unterschied zur Baumwolle, die zu den Faserpflanzen zählt, gehört Hanf zu den Bastfaserpflanzen.
Die grobe Hanffaser ist eine der festesten und beständigsten Naturfasern und wurde
vorwiegend für industrielle Zwecke eingesetzt.
Durch moderne Aufschlussverfahren – beispielsweise den Ultraschallaufschluss – erhält man eine
verfeinerte, mit der Baumwolle vergleichbare Hanfkurzfaser, die als Flockenbast bezeichnet wird.
Dieser kann, direkt oder z. B. im Gemisch mit Baumwolle, zu hochwertigen Feintextilien weiterverarbeitet
werden.
Die beim Faseraufschluss anfallenden Holzreste des Stängels, die sogenannten Schäben, stellen ein
vergleichsweise preiswertes Baumaterial dar. Zusammen mit Hanffasern werden sie z. B. zur Herstellung
von hochwertigem Bau- und Dämmmaterial (Spanplatten, Schüttdämmung und Isolierputz)
eingesetzt.
Hanföl: Hanfsamen haben einen Fettgehalt von ca. 35 %. Sie liefern ausgepresst ein hochwertiges
Speiseöl, das einen sehr hohen Anteil an z. T. mehrfach ungesättigten Fettsäuren aufweist. Die im
Hanf vorhandene Linolsäure und die a-Linolensäure zählen zudem zu den essentiellen Omega-3-
Fettsäuren. Der mit Eiweiß angereicherte Ölkuchen, der nach dem Auspressen der Samen zurückbleibt,
kann gut dem Viehfutter beigemischt werden. Gemahlene Hanfsamen können z. B. zu einem
Brotaufstrich oder in einem Brotteig verarbeitet werden.
Technisch wird Hanföl u. a. in der Kosmetikindustrie eingesetzt, weiterhin für die Holzpflege, zur
Herstellung von Biokunstoffen, in der Reinigungsmittelindustrie sowie in der Medizin. Dort kann das
Öl wegen des sehr hohen Gehalts an Linolen-Säure u. a. bei der Behandlung von Neurodermitis und
anderen chronischen Hautkrankheiten genutzt werden. Die Tensidherstellung aus Hanföl ermöglicht
eine Produktpalette, die von Körperpflege- bis hin zu Waschmitteln reicht.
Medizinische Anwendungen: Der systematische Name der Hanfpflanze Cannabis sativa, Cannabis
indica verweist auf die wirksamen Inhaltsstoffe der Hanfpflanze, die Cannabinoide. Die getrockneten
Hüllblätter der Samen werden als Marihuana bezeichnet, das Harz der Pflanze als Haschisch. Die
berauschende Wirkung des Hanf ist seit Jahrtausenden bekannt und hat seit den 70er Jahren in
Deutschland zu einer gewissen Verbreitung als Droge geführt. Der Wirkstoff Tetrahydrocannabiol
(THC) hat sowohl psychische Wirkungen wie auch Auswirkungen auf das vegetative Nervensystem.
Nebeneffekte sind Hungergefühle, beschleunigter Herzschlages und Mundtrockenheit.
Als sinnvoller medizinischer Einsatz wird die Gabe von Cannabis bei Schmerzzuständen diskutiert.
Cannabis wirkt nämlich auf das zentrale Nervensystem und die Schmerzbahnen im Rückenmark. Bei
Krämpfen wirkt THC entspannend, es senkt den Augeninnendruck und erweitert die Bronchien, so
dass es sich als Mittel gegen den grünen Star und gegen Asthma empfiehlt.
___________________________________________________________________________
Im Zusammenanhang mit der Fasergewinnung kann das früher eingesetzte sogenannte Wasserröstverfahren
im Unterricht nachempfunden werden: Pflanzenstängel werden in Wasser eingeweicht, die
äußeren Schäben abgelöst und die Fasernbündel mehrfach durch ein Holzbrett mit Nägeln gezogen.
M. Geyer, L. Stäudel, H. Wöhrmann: Hanf – zum schulischen Ungang mit einer (un)typischen Rohstoffpflanze
In: Naturwissenschaften im Unterricht – Chemie, 9. Jh., Heft 45 (Mai 1998), S. 24-25
Kasten (2) enthält verschiedene aus
Hanffasern gefertigte Seilstücke.
Diese Verwendung als Garn oder
Seil kann zum Anlass genommen
werden, die Bedeutung der
Hanfpflanze in früheren Jahrhunderten
zu beleuchten.
Kasten (3) zeigt die wohl
bekannteste Verwendung des Hanfs.
Mit einem Rohrstück, Hanffasern
und Dichtungsfett können die
Schülerinnen und Schüler praktisch
das Dichten von Rohren erproben.
Kasten (4) enthält Hanfpapiere
verschiedener Stärke. Mit zusätzlich
in der Experimentierkiste vorhandenem
Hanfpapier können
verschiedene Versuche durchgeführt
werden (Schriftproben, Vergleich
mit Holzpapier, u. a.).
Der 5. Kasten enthält die Formteile
einer Autoinnenverkleidung. In einer
Informationsbroschüre des Herstellers wird die Anfertigung solcher Formteile näher beschrieben.
Kasten (6) enthält Stoffproben aus Hanffasern, die den Vergleich verschiedener Stoffqualitäten
ermöglichen. An einem beigelegten Stück Stoff kann verschiedenes ausprobiert werden (Färbeversuche,
Vergleich mit Synthese- und Baumwollstoffen, Seide und Wolle).
Der 7. Kasten stellt naturbelassene und bitumisierte Hanfschäben vor. Letztere dienen als Ausgleichsschüttung
bei der Altbausanierung bzw. werden als Dämmmaterial verwendet
Als letztes zeigt Kasten (8) mit Creme und Seife zwei typische Produkte auf Hanfölbasis. Neben
dem Testen dieser Kosmetika können im Unterricht Cremes und Seifen auch selbst aus Hanföl
hergestellt werden.
Erste Erfahrungen
Die bisherigen Erfahrungen mit der Hanf-Kiste sind durchaus erfolgversprechend. Die Rähmchen
wurden einerseits als Ausstellung in der Schule präsentiert, andererseits aber auch für die Kleingruppenarbeit
eingesetzt. Es zeigte sich jedoch auch, dass Hanf als Rohstoffpflanze noch deutlich exotische
Züge trägt. Insbesondere richten sich die Erwartungen – besonders von Schülerseite -zunächst
auf den von den Medien aufgeheizten Drogenaspekt, der in der Praxis des Rohstoffs Hanf in unseren
Breiten jedoch so gut wie keine Rolle spielt. Eine Bearbeitung dieses Aspektes kann in der Mittelstufe
nur bedingt stattfinden, und zudem muss diese auf einige wichtige theoretische Elemente begrenzt
bleiben. Hierzu gibt das Experimentierset ebenfalls Anregungen, ohne jedoch eine erschöpfende
Bearbeitung des Drogen- und Sucht-Aspektes beanspruchen zu wollen oder zu können.
M. Geyer, L. Stäudel, H. Wöhrmann: Hanf – zum schulischen Ungang mit einer (un)typischen Rohstoffpflanze
In: Naturwissenschaften im Unterricht – Chemie, 9. Jh., Heft 45 (Mai 1998), S. 24-25
Anmerkung
1) Eine Übersicht über alle im Rahmen des „Kistenprojektes“ angebotenen Themen enthält eine
24-seitige Broschüre, die bei Interesse bei den Autoren angefordert werden kann.
Literatur
[1] BUND Landesverband Baden-Württemberg (Hrsg.): Rohstoff Hanf. GLOBUS H. 1/1997
[2] K. Drescher: Anbau, Ernte und Aufbereitung sowie Verwendung von Hanf. Bonn: Bundesministerium
für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, 1996.
[3] Enquete-Kommission „Schutz des Menschen und der Umwelt“ des Deutschen Bundestages
(Hrsg.): Die Industriegesellschaft gestalten. Perspektiven für einen nachhaltigen Umgang mit
Stoff- und Materialsträmen. Bonn: Economia Verlag, 1994
[4] H. Eierdanz: Perspektiven nachwachsender Rohstoffe in der Chemie. Weinheim: Verlag Chemie,
1996.
[5] J. Herer, M. Bröckers (Hrsg.): Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf Cannabis Marihuana.
Frankfurt / M. Zweitausendeins, 1994.
[6] Nova-Institut: Biorohstoff Hanf, Köln: 1995.
[7] Praxis der Naturwissenschaften Chemie. Themenheft Nachwachsende Rohstoffe. Köln: Aulis
Verlag Deubner, Heft 6/45,1996.
[8] L. Stäudel, D. Sauer: Nachwachsende Rohstoffe. In: RAAbits. Impulse und Materialien für die
kreative Unterrichtsgestaltung – Chemie. Stuttgart: Raabe Verlag. 1994
[9] L. Stäudel: Auf der Suche nach Alternativen. In: Die Deutsche Schule. Schlüsselprobleme im
Unterricht. Weinheim: Juventa Verlag, 1995.
[10]L. Stäudel, K. Mander, M. Rudolph: Das Leinöl-Projekt – fächerübergreifender Unterricht für
die Mittel- und Oberstufe. In: PdN-Chemie 44 Jg. H. 6 / 1995, S. 8-12
[11] Textilforum: Hanf-Bilanz. Hannover: Textilwerk.-Verl., H. 2,1995.
[12] F. Waskow, Katalyse-Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Hanf & Co.: die Renaissance
der heimischen Faserpflanzen. Göttingen: Verlag Die Werkstatt

 

Autoren: M. Geyer, L. Stäudel, H. Wöhrmann

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