Wer heutzutage baut hat die Wahl zwischen unzähligen Produkten aus unterschiedlichsten Materialien. Aber nur ein Produkt hat von der EU das Prädikat “Naturplus” verliehen bekommen – Thermohanf. Mehr noch: die Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe des Bundeslandwirtschaftsministeriums fördert jeden Kubikmeter Hanfdämmung mit bis zu 35,- Euro. Da kommt bei Neubau oder Modernisierung viel Geld zusammen.

Hanfanwendung beim Hausbau Bild cannamoda

Hanfanwendung beim Hausbau Bild cannamoda

Hanf ist aus der Baubranche nicht mehr wegzudenken. Schon früh schätzten die Menschen die hohe Reißfestigkeit seiner Faser und die geringe Feuchtigkeitsaufnahme der Schäben. Aus den Fasern wird eine Vielzahl von Dämmstoffen gefertigt. Die Schäben können als Schüttdämmung verwendet oder bei der Produktion von Leichtbauplatten eingesetzt werden. Durch den Zusatz von Hanffasern kann zudem die Festigkeit von Beton erhöht werden – ein Verfahren, das schon bei mittelalterlichen Lehmbauten verwendet wurde. Aus Hanffasern gefertigte “verdichtete Baudämmplatten” bieten Schall- und Trittschutz ohne Schädlingsbefall.
Zusätzliche Pluspunkte: Bei der Herstellung dieser Produkte aus Hanf wird nur wenig Energie benötigt. Aus der Nutzpflanze gefertigte Baustoffe können ohne Probleme für die Umwelt entsorgt werden, da sie deutlich weniger Schadstoffe enthalten, als vergleichbare Produkte ohne Hanfanteil.

Im Jahr 2001 gingen ca. 6,5% der Hanffasern und 8% der Hanfschäben in die Bauindustrie. Dies erscheint wenig, aber alle Fachinstitute sehen im Baubereich ein großes Wachstumspotenzial für Hanfanwendungen. Sinkende Produktionskosten und steigendes Know-how der Produzenten garantieren demnach auch weiterhin Wachstumsraten, die weit über dem Marktdurchschnitt liegen.

Die neueste Innovation ist die Formpressung eines Gemischs aus Hanfschäben und Bindemitteln auf Kalkbasis. Dabei entstehen je nach Form und Druck Baustoffe, die an Holzbalken und Gasbetonsteine erinnern. Ergänzt mit einer atmungsaktiven und feuchtigkeitsabweisenden Hanffaserisolierung ist es nun möglich Häuser zu errichten, die zu mehr als 90% aus Hanf bestehen. Theoretisch könnte man sein neues Haus auf dem eigenen Feld wachsen lassen.
Ein weiterer Vorteil ist das Gewicht der Hanfbacksteine von nur 150kg/ m³. Sie sind damit wesentlich leichter als herkömmliche.

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