Von Barbara Munker

Frederic Prinz von Anhalt will Arnold Schwarzenegger als Gouverneur beerben. Er verspricht die Legalisierung von Marihuana.

Frederic Prinz von Anhalt ist immer für Überraschungen gut. Sein neuester Coup: Der Gatte von Hollywood-Diva Zsa Zsa Gabor will Nachfolger von Arnold Schwarzenegger als Gouverneur seiner Wahlheimat Kalifornien werden und das Einfuhrverbot für Zigarren aus Kuba abschaffen. Foto: dpa

Für diese Idee dürfte ihm der Spitzname „Gabornator“ wohl sicher sein: Nach seinem bisher größten Erfolg – achter Ehemann von Hollywood-Diva Zsa Zsa Gabor geworden zu sein – will Frederic Prinz von Anhalt nun also noch eins draufsetzen: Der 66-jährige gebürtige Hans-Robert Lichtenberg, der durch Adoption zu seinem klingenden Titel kam, will Gouverneur von Kalifornien werden. Der Promi-Gatte möchte damit in die Fußstapfen des einstigen Actionhelden Arnold Schwarzenegger treten.

Am Montag werde er auf dem berühmten Sunset Boulevard in Los Angeles ein großes Werbeplakat mit der Aufschrift „Prince Frederic for Governor“ enthüllen und damit seine Pläne öffentlich kundtun, sagte er. Bis dahin soll auch die Webseite princefrederic.com laufen. Er trete als liberaler Unabhängiger, an mit dem Motto: „Gebt Kalifornien das gute Leben zurück“.

„Gewinnen ist schwer“


„Ob die Deutschen jetzt darüber herziehen, das ist mir egal. Ich werde mich ganz auf die Leute in Kalifornien konzentrieren“, sagt der Wahl-Kalifornier mit amerikanischer Staatsbürgerschaft. Mit einem Kran will er sich am Montag kameragerecht in die Luft heben lassen, um sein überlebensgroßes Abbild in stattlicher Uniform und mit Wappen geschmückt zu enthüllen. Bis Ende Juni müsse er 10000 Unterschriften sammeln, um auf die Kandidatenliste zu kommen, erklärt von Anhalt. „In die engere Wahl komme ich auf alle Fälle, diese Chance ist sehr groß. Gewinnen ist allerdings schwer“, räumt der gelernte Bankkaufmann ein. Nach zwei Amtszeiten muss Schwarzenegger Ende des Jahres 2010 gehen. Die Gouverneurswahlen finden Anfang November statt.

Zweifel an seiner Eignung hat von Anhalt nicht. Ronald Reagan hätte ihm bei einem fünfminütigen Treffen vor 25 Jahren schon gesagt: „Fred, du verstehst viel von Politik. Du solltest einmal für einen Posten kandidieren“.

Von Anhalt hat nach eigenen Angaben bereits Sponsoren gefunden. „Das sind Leute aus der Industrie. Wir schätzen, dass 10 Millionen Dollar draufgehen“, sagt er.

Auf „Arni“ ist er derweil nicht gut zu sprechen. Dieser sei in der ganzen Welt herumgereist, um Firmen nach Kalifornien zu locken, doch der Staat stehe vor dem Bankrott. Von Anhalt verspricht: „Ich werde der erste Gouverneur sein, der seine Versprechen einhält.“

Keine Sorge um Bekanntheit

Seine Vorschläge zur Ankurbelung der Wirtschaft: Für kalifornische Produkte werben, Marihuana legalisieren und besteuern, die Strafgelder für Verkehrssünder kräftig anheben, dafür die Kraftfahrzeugsteuern senken. Er will die Homo-Ehe erlauben und das Einfuhrverbot für Zigarren aus Kuba abschaffen.

Um seinen Bekanntheitsgrad sorgt er sich nicht. „Nach Marlene Dietrich, Henry Kissinger und Siegfried & Roy bin ich der bekannteste Deutsch-Amerikaner“, sagt er. 2007 scheute er nicht das Rampenlicht, als er im Streit um die Tochter des toten Fotomodells Anna Nicole Smith eine Vaterschaftsklage einreichte. Als Daddy entpuppte sich dann aber ein Fotograf. (dpa)

Quelle: sz-online.de

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