Frankfurt/Main – Die neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung, die FDP-Politikerin Mechthild Dyckmans, hat sich gegen neue Verbote oder höhere Abgaben in der Bekämpfung der Drogen- und Alkoholsucht ausgesprochen. «Ich bin niemand, der meint, man könne als Erstes durch gesetzliche Verbote eine Lösung finden», sagte Dyckmans den «Stuttgarter Nachrichten» (Montagausgabe). «So lange wir nicht in der Lage sind, bestehende Gesetze zu kontrollieren und einzuhalten, sind Debatten um ständig neue Verbote doch sinnlos.»

Auch von weiteren Werbeverboten für Alkohol hält Dyckmans nichts. Alles, was auf freiwillige Selbstbeschränkungen setze, sei besser, weil diese Ausdruck einer inneren Überzeugung seien. «Wir brauchen einen breiten gemeinsamen Ansatz gegen den Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen. Dass Werbeverbote dabei wirklich helfen, davon bin ich bisher nicht überzeugt,» wurde die FDP-Politikerin weiter zitiert. Kritisch äußerte sich die langjährige Richterin auch zum Plan, jugendliche Testkäufer einzusetzen: «Wir fordern ja damit Jugendliche auf, sich gesetzwidrig zu verhalten.»

Dyckmans will nach eigenen Angaben beim Kampf gegen die Alkohol-Exzesse von Jugendlichen einen Schwerpunkt ihrer Arbeit setzen: «Wichtig ist, dass die Kinder und Jugendlichen gar nicht erst an Spirituosen herankommen. Deshalb ist es mir ein ganz besonderes Anliegen, dass der Kinder- und Jugendschutz, so wie wir ihn im Gesetz haben, auch tatsächlich eingehalten wird,» sagte Dyckmans dem Blatt zufolge weiter. Von Einzelhandel und Tankstellenbetreibern erwarte sie Vorschläge, wie die Kontrolle des Verkaufs besser organisiert werden kann.

Die nordhessische Politikerin wandte sich zugleich gegen Forderungen nach einer Legalisierung sogenannter weicher Drogen wie Haschisch oder Marihuana. «Ich bin dagegen, Drogen generell freizugeben. Die sind illegal und das soll auch so bleiben», sagte sie dem «Kölner Stadt-Anzeiger»

Quelle: net-tribune.de

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