Entsprechend der Bedeutung des Hanfs für die Textil- und Papierindustrie und die Kriegsmarine wurde dieser zu einem wertvollen und umkämpften Handelsgut. Das zaristische und später auch das kommunistische Russland war jahrhundertelang der größte Hanfproduzent und deckte 80 % des Bedarfs der westlichen Welt. Der Rohstoff wurde mit Zöllen belegt und war Gegenstand der damaligen Handelskriege. Napoleons Kontinentalsperre schnitt Großbritannien vom Hanf ab und zwang die Kolonialmacht zur Suche nach Alternativen. Aus praktisch kostenlosen oder sehr billigen Rohstoffen in den Kolonien erwuchs der bedeutendsten aller Faserpflanze plötzlich pflanzliche Konkurrenz: Jute aus Indien, Baumwolle aus Ägypten und Holz überall aus den Tropen konnten mit Hilfe neuer Technologien und Maschinen die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten des Hanfes ersetzten.
Es entstand dem Hanf aber in erster Linie chemische oder genauer gesagt petrochemische Konkurrenz in Form von Kunststoffen und synthetischen Pharmazeutika.
1937 hatte der amerikanische Chemie- und Rüstungskonzern Du Pont neben Nylon auch die Holzzellstoffverarbeitung patentieren lassen. Ähnliche Interessen vertrat der deutsche Partner IG-Farben, der in den Kriegsjahren mit zahlreichen Tochterfirmen sehr gute Geschäfte machte. 1937 begann in Amerika die Hanfprohibition. Große amerikanische Öl- und Pharmakonzerne fürchteten das unvorstellbar große ökonomische Potenzial der Hanfpflanze. Um ihre eigenen Interessen durchzusetzen und ihre Märkte der Zukunft zu sichern, wurde fortan alles getan um die multifunktionelle Kulturpflanze zu verunglimpfen und langfristig zu verbieten.
Es folgten Jahrzehnte der Lügen und Verleumdungen, rassistische Hetzkampagnen und Gefängnisstrafen für hundertausende von Amerikanern. Dies hat sich bis auf den heutigen Tag nicht geändert.

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