In Italien boomt offenbar die Cannabis-Produktion. Wurden im Jahr 2006 zwischen Südtirol und Sizilien noch 150 Personen ausgeforscht, welche die Stauden, aus denen Haschisch und Marihuana gewonnen wird, kultiviert hatten, waren es in der ersten Hälfte des Jahres 2007 bereits 228.

Das entspricht einer Vervierfachung. Diese Zahlen nannte am Freitag die Tageszeitung „La Repubblica“.

Fast 1,7 Millionen Cannabis-Stauden wurden im vergangenen Jahr in Sizilien von der Polizei „geerntet“ – so viele wie in keiner anderen Region. Cannabis-Gewächshäuser an der Südküste der Insel fänden sich Seite an Seite mit solchen für Melanzane.

In Kalabrien entdeckten die Drogenfahnder immerhin noch mehr als 7.000 Exemplare, die – eine regionale Besonderheit – aufgrund der günstigen Bodenbedingungen die Rekordhöhe von drei Metern erreichten.

Folge man einer Faustregel der US-Antidrogenbehörde DEA, wonach nur knapp 20 Prozent des in Umlauf befindlichen Suchtgifts sichergestellt wird, erreiche die Zahl der in Süditalien gezogenen Cannabis-Stauden „stratosphärische Höhen“, merkte „La Repubblica“ an. Alle zusammengenommen ergäben eine Plantage von der Größe eines Nationalparks.

Eine einzelne Pflanze repräsentiere einen Wert von 400 Euro, schrieb die Zeitung. Nicht schlecht für den „typischen“ Cannabis-Bauern, der meistens 25 bis 30, allerhöchstens 40 Jahre alt und in der Regel nicht vorbestraft sei, aber gewissen berufliche Fehlschläge hinter sich habe und selbstständig tätig sei.

Es wäre aber nicht Süditalien, drängte sich nicht die Frage nach einer eventuellen stillen Beteiligung der Mafia auf. Nach Überzeugung eines abtrünnigen Mitglieds der ehrenwerten Gesellschaft steht tatsächlich die Cosa Nostra hinter dem Boom. „Fremde Herren“, so wird laut „Repubblica“ erzählt, kaufen Samen und Pflanzen oder heben Pacht auf die Anbauflächen ein.

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