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Hier erfahrt ihr alles rund um das Thema Hanf

Kategorie: Das 20. Jahrhundert

Die Geschichte des Hanf. Das 20. Jahrhundert – Teil I, von Picasso und Kubin, von Zigaretten bis Monster – Wirtschaft Macht Politik – Das Hanfauto – viel Prominenz, Traktate, Gesetze, Proteste und  horrende Strafen – Märchen, Gefahr und Drogenpolitik – die Medizin entdeckt nachdrücklich das THC – Heute gibt es eine CannaBussiness eine Hanfparade, eine Hanfmuseum und einen Hanfverband…

Hanfmuseum Berlin im Nicolaiviertel

Das 20. Jahrhundert Teil III

 

Monster, Gegensätze und Politik – Reagan und Bush, die Pharmaindustrie und Hanfbier…

30 Jahre voller Widersprüche…

1970

Gabriel Nahas, tritt Anslingers Nachfolge als Sonderberater der Narkotika-Kommission der UNO an. Während aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse die Stimmung gegenüber Cannabis wieder langsam umschlägt, verfestigt sich der Geist der Repression in der UNO

USA: Nahas diagnostiziert an erstickten Affen Hirnschäden und schiebt sie zugeführtem Cannabis zu.

Nahas, der sich selbst als engagierter Haschischfeind bezeichnet, behauptet, in Europa würde das Rauchen einiger Joints als landläufige Selbstmordmethode angewendet (selbstverständlich ist das die “fundierte Fachaussage eines Experten”)

Deutschland: Hans-Georg Behr publiziert das “Haschisch-Kochbuch”, das durch teure und aufwendige Gestaltung, sowie durch Rezepte, deren Haschischgehalt mindestens zehnmal zu hoch angesetzt ist, auffällt. (Behr versteht das Buch als Persiflage auf Kosten der Schickeria-Kiffer, wird aber von der Szene und der Polizei sehr ernst genommen)

USA: Prozess gegen Leutnant Calley, der in Vietnam die gesamte Bevölkerung des Dorfes My Lai massakrieren ließ. Der als Sachverständige geladene James Munch sagte vor Gericht aus, Calley habedrei Tage vor dem Vorfall einen (!) Joint geraucht.

01.04.1970 USA: Peter Lemon wird mit der “Congressional Medal of Honor” ausgezeichnet. Er hatte völlig bekifft zwei Vietkong-Angriffe zurückgeschlagen

01.05.1970 USA: In Ann Arbor, Michigan, wird der erste Nationale Marihuana-Tag ausgerufen und gebührend gefeiert

30.06.1970 USA: Der “Federal Marihuana & Health Reporting Act” tritt in Kraft

04.07.1970 USA: In Washington DC findet das erste Smoke-In zum Nationalfeiertag statt; 20’000 TeilnehmerInnen.

09.08.1970 USA: Nach Presseberichten leidet der Alkoholumsatz wegen des Cannabiskonsums

09.1970 USA: am Zoll werden Hasch-Hunde eingesetzt

10.1970 USA: Der Kongress verabschiedet ein Gesetz, das die Strafen für professionelle Dealer anhebt, jedoch mildere Strafen für Marihuanahändler ermöglicht.

01.10.1970 USA: Gründung der NORML (National Organization for Reform of Marihuana Law)

1971 Deutschland: Wolfram Keup wärmt Anslingers “Einstiegs-Theorie” als “Domino-Theorie” auf
USA: Richard Nixon beauftragt das FBI, John Lennon sechs Monate lang rund um die Uhr zu überwachen, weil dieser ein Konzert für die Freilassung von John Sinclair gegeben hatte, welcher wegen des Besitzes von 2 Joints zu 5 Jahren Knast verurteilt worden war.
Die “Medical World News” vermelden: “Marihuana ist vermutlich das wirkungsvollste, der Medizin gegenwärtig bekannte Antiepileptikum.”

7.8.1971 CAN: Im Bezirk Grasstown in Vancouver findet eine Andidrogengesetz-Demo mit Smoke-In unter Beteiligung amerikanischer Kiffer-Prominenz statt. In die Geschichte das Happening ein, weil beim bewachenden Polizeitrupp Pferd und Reiter die Nerven durchgehen und das Ganze zu einer wüsten Schlacht eskaliert.

12.1971 USA: Presseberichten zufolge experimentieren mehrere große Arzneimittelfirmen mit Cannabis-Substanzen (z.B. Lilly)

22.12.1971 Deutschland: Die Cannabisbestimmungen des alten Opiumgesetzes werden in das neue Betäubungsmittelgesetz übernommen. Tags darauf unterzeichnet die BRD die Single Convention.

1972

Kanada: Das Le Dain Komittee legt seinen Report über nicht-medizinischen Cannabis-Gebrauch vor

UNO: Nahas behauptet, Cannabiskonsum führe zu irreparablen Gehirnschäden und einem vorzeitigen Altern um Jahrzehnte.

22.03.1972 USA: Die amerikanische Kommission für Marihuana und Drogen-Missbrauch empfiehlt, Gefängnis- und Geldstrafen für Marihuanagebrauch abzuschaffen, der private Gebrauch soll legalisiert werden.

16.04.1972 USA: Der Stadtrat von Ann Arbor (Michigan) zeigt Mitleid mit den KifferInnen: Die Strafe für Konsum, Besitz und Verkauf von Marijuana wird auf symbolische 5 Dollar reduziert.

22.06.1972

USA: Ronald Reagan prophezeit: “Sobald ihr sie (Marihuana-Zigaretten) legalisiert habt, werdet ihr sie auf großen Plakatwänden haben, und wie Zigaretten in Automaten!”

28.11.1972

USA: William Buckley (bekannter konservativer Kolumnist und Autor) fordert die Entkriminalisierung von Marihuana

29.11.1972

USA: Die Consumers Union empfiehlt nach fünfjährigen Studien die sofortige Annullierung aller Bundes- und Staatsgesetze gegen Marihuana.

1973
MEXIKO: Mexiko beginnt mit der Besprühung von Cannabis-Feldern mit
COL: In Kolumbien wird ein 50 Meilen langes Tal mit voller Cannabis von der Polizei abgefackelt

UNO: Nahas behauptet, dass der Konsum selbst kleiner Cannabismengen zu schweren Fehlgeburten (Kinder mit mehreren Köpfen!!) führen könne und dass sich dies ohne weiteren Konsum selbst mit einer Verzögerung von einer Generation einstellen könne.

1975

UNO: Nahas verbreitet, Cannabiskonsum lasse den Männern Brüste und den Frauen Schnäuze wachsen.
Schweiz: Die BMG-Revision wird rechtswirksam. Cannabis und Opiate bleiben gleichgestellt; neu wird auch der Drogenkonsum strafbar (offiziell um die bisherige Rechtsunsicherheit zu beheben)

USA: das Landwirtschaftsministerium warnt das Aussenministerium davor, weiterhin *Paraquat in Mexiko einzusetzen. Angesichts der relativen Ungefährlichkeit von Cannabis sei der Einsatz des hochgiftigen Herbizides nicht zu rechtfertigen

Alaska schafft die Strafverfolgung von Marihuana-Besitz ab

Indiana erlässt ein Gesetz, das die Strafen für Marihuanabesitz reduziert, jedoch den Handel mit Paraphernalia* verbietet.

1976

Jamaika: Peter Tosh schafft mit seinem Hit “Legalize it!” eine neue Hymne für Cannabis-LiebhaberInnen

USA: 36 Millionen US-Bürger haben Cannabis geraucht

USA: Die Pharma-Industrie gelangt mit einer Petition an die Regierung und verlangt, der Cannabisforschung die Gelder zu entziehen, und wird erhört. Die Cannabis-Forschung stirbt ein weiteres mal.

Die führenden Pharmafirmen hatten – aufgeschreckt durch die Erfolgsmeldungen aus der Cannabisforschung – durch interne Studien ermittelt, dass ihnen allein in den USA jährliche Umsatzeinbussen von einigen hundert Millionen Dollar drohten. In der Folge übernimmt und finanziert die Pharmaindustrie sämtliche Forschungen zur Synthese von THC, CBD, CBN usw.; “Eli Lilly” bringt dann auch zwei Präparate auf den Markt (Nabilone und Marinol), deren Wirksamkeit jedoch nicht annähernd an die der Drogen aus Pflanzenmaterial heranreicht.

UNO: Nahas behauptet, CannabiskonsumentInnen würden unausweichlich an Krebs sterben

18.06.1976 USA: Gouverneur Longley unterzeichnet Gesetzesvorlage zur Entkriminalisierung von Marihuana im Bundesstaat Maine

01.01.1976 Die kalifornische Marihuanagesetz-Reform tritt in Kraft

27.01.1976 An der “Conference on Chronic Cannabis Use” der New Yorker Academy of Sciences werden Forschungsberichte vorgelegt, gemäss denen Cannabis keine schwerwiegenden schädlichen Nebenwirkungen auf den menschlichen Körper, seine Funktionen oder das Gehirn hat.

11.02.1976 USA: Nach einer Mitteilung des “National Institute on Drug Abuse” haben mehr als die Hälfte aller 18-25jährigen AmerikanerInnen schon gekifft.

12.02.1976 Schlagzeile in der New York Times: “Steigende Marihuana-Preise durch zunehmenden Marihuana-Gebrauch in den wohlhabenden Bevölkerungsschichten”

19.02.1976 Hawaii: Marihuana überrundet Zuckerrohr als einträglichster Exportartikel

15.06.1976 USA: Die Democratic Party lehnt es ab, einen Antrag für die Marihuana-Liberalisierung ins Parteiprogramm aufzunehmen.

02.09.1976 USA: Jimmy Carters Frau Rosalynn erzählt der Presse, dass ihre Söhne kiffen

23.11.1976 USA: Gemäß einer HEW-Studie kiffen 53 % der High School Kids

24.11.1976 USA Robert Randall erhält von der US-Regierung die offizielle Erlaubnis, seinen Glaukom durch Marihuanarauchen zu behandeln.

1977

Die US-Regierung warnt Cannabis-KonsumentInnen vor Paraquatverseuchtem* Dope. Legalisierungsgruppierungen richten Analyse-Service-Stellen ein.

USA: 10 Staaten haben Marihuana dekriminalisiert: Alaska, California, Colorado, Maine, Minnesota, Mississippi, New York, North Carolina, Ohio und Oregon

USA: Der als Drogenhardliner bekannte George Bush verlässt seinen Chefsessel beim CIA und wird Direktor beim Pharmaunternehmen “Eli Lilly”

UNO: Nahas alljährliche Horrorstory berichtet diesmal von Chromosomenbrüchen nach Cannabiskonsum (er hatte allerdings die Petrischalen vor dem Betrachten im Mikroskop 16 Stunden bei Raumtemperatur stehen lassen, bei der Beurteilung befanden sich die Spermapräparate bereits in einem Auflösungszustand)

08.01.1977

Deutschland: Einer der ersten grösseren Drogenhandelsprozesse in Karlsruhe beginnt: angeklagt ist der Leiter des Rauschgiftdezernates,- er soll drei Jahre lang in großem Stil gedealt haben

04.02.1977

USA: Robert L. DuPont, Chef des “National Institute on Drug Abuse” fordert die Legalisierung des Marihuana-Anbaus zum Eigenkonsum.

17.05.1977

USA: gemäss einer Umfrage des Gallup-Institutes sind 53 % der AmerikanerInnen für Straffreiheit für kleine Cannabis-Mengen

1980

Schweiz: Im schweizerischen Mittelland wird mit Unterstützung des Bundes mit Drogenhanf-Saatgut ein ungeschütztes Freiland-Anbauexperiment durchgeführt (Thomas Kessler),- mit sensationellen Ergebnissen

Schweiz: Zwischen 1980 und 1982 formieren sich im ganzen Land Legalisierungsbewegungen, wie z.B. die “Aktion freies Cannabis” (BS), das “CDC – Cannabis-DokumentationsCenter” (BS), das “CHIT – Comite helvetique pour l’introduction du Tetrahydrocannabinol” (GE/VD), die “Coordination Legalize It!” (ZH), das “Sekretariat für Rechtsgleichheit im Drogenkonsum” (ZH), die “AG Legalize” (BE), der “Verein für freie Drogeninformation” (BE), usw…

Der Mobilisierung von AktivistInnen kommt zugute, dass viele “Bewegte” in dieser Zeit (“AJZ-Krawalle”) so richtig Spaß an friedlichen Happenings haben.
(Bei den meisten Legalisierungs-Gruppierungen ist jedoch nach einigen Monaten voller endloser Sitzungen und einiger Flugblatt- oder Zeitungsproduktionen die Luft raus.)

07.02.1980 Deutschland: Das “Symposium Drogenpolitik” an der Universität Bremen fordert in seiner Schlussresolution die Entkriminalisierung des Umgangs mit Cannabis.

03.1980 USA: Das Magazin “High-Times” reportiert das Drogenkonsumverhalten in Amerikas Spitzenpolitik, u.a. werden Dave Quayles Marihuana-Zeit am College und die kalifornischen Joints der Familie Reagan erwähnt.

27.05.1980 Schweiz: Das Bundesamt für Gesundheitswesen (BAG) rät dem Eidg. Departement des Innern von Überlegungen hinsichtlich einer Liberalisierung der Cannabisgesetzgebung ab.

03.09.1980 Schweiz: Der Autor der ersten schweizerischen Broschüre über Cannabisgebrauch, -Anbau und -Kultur bekommt Besuch von der Polizei, die Graspflanzen beschlagnahmen, sowie 1000 Exemplare der beanstandeten Broschüre “Grass macht Spass”. Im Dezember wird er zu 10 Tagen Haft bedingt und 600 Fr. Gerichtskosten verurteilt. (Grund: Bekanntgabe von Mitteln und Wegen zum Drogenkonsum)

1981

USA: Ronald Reagan macht den “erbitterten Marihuana-Gegner” (Selbstein-schätzung) und früheren CIA-Direktor George Bush zum Direktor der Drogen-verfolgungsbehörde (bis 1988).

Bush gilt als Lobbyist der Pharmaindustrie (seit 1977 Direktor bei “Eli Lilly”, Grossaktionär bei verschiedenen Pharma-Firmen, z.B. “Abbott-Laboratorie”, “Bristol-Myers” und “Pfizer”). Einmal mehr steht der Rehabilitierung der medizinischen Anwendung von Cannabis ein einflussreicher Politiker im Weg.

Das Engagement von George Bush im Pharmasektor ist insofern von Bedeutung, weil die Branche aufgeschreckt von der immer lauter werdenden Forderung ist, das Naturprodukt Cannabis zu medizinischen Zwecken zuzulassen. Lag der Wirtschaftskonflikt anfangs des Jahrhunderts zwischen Hanf und Petrochemie, so ist es jetzt vor allem die Pharmaindustrie, die um Pfründe fürchtet.

Die WHO zieht Bilanz: weltweit gebe es 437,5 Millionen Cannabiskonsumenten. Die Zahl der bei der WHO registrierten Cannabis-Experten liegt bei 12.732

06.1981 Deutschland: Das Betriebsfest des Frankfurter Rauschgiftdezernates artet aus: Ein Beamter (Ex-Bäcker) hat 300 Gramm (!) Haschisch aus beschlagnahmten Beständen in Gebäck und Kuchen eingearbeitet und seinen Kollegen serviert (5 landen im Krankenhaus).

9.05.1981 Schweiz: In Lausanne (VD) findet das 1. Westschweizer “Cannabis-Fest” statt. Der Polizeivorsteher bewilligt das Happening mit der Begründung, dass zwar das Rauchen von Cannabis verboten sei, nicht aber dessen Verwendung “zu ästhetischen Zwecken” Als sich dann trotzdem dicke Rauchschwaden über der Veranstaltung ausbreiten, kesselt die empörte Polizei die Sünder ein.

1988

USA: Das Verwaltungsgericht fordert mit einem rechtskräftigen Urteil die DEA auf, Ärzten die Erlaubnis zum Verschreiben von Marihuana zu erteilen. Die DEA verschleppt erst und weigert sich schließlich.

USA: Die New Yorker Journalistin Peggy Mann (“Das Beste aus Reader’s Digest”) versucht, die längst widerlegten Anti-Hanf-Geschichten von Nahas, Munch und Anslinger zu reaktivieren und schreibt “Haschisch – die Zerstörung einer Legende”. Die gesamte Fachwelt distanziert sich nach dem ersten Lesen von dem Machwerk, reaktionäre Gruppierungen (z.B. VPM) erheben das Buch zu einer Art Drogenbibel.

USA: Hunderte von Schulen, sowie viele Sportvereine und Arbeitgeber führen obligatorische Urintests ein. um sich über allfälligen Cannabiskonsum der Unterstellten zu informieren.

19.12.1988

USA: Die Vereinten Nationen haben wieder einmal ein internationales Vertragswerk zur koordinierten Repression ausgebrütet: Das “Wiener Übereinkommen gegen den unerlaubten Verkehr mit Suchtstoffen und psychotropen Stoffen” wird beschlossen.

USA: Die Milton Wisconsin High School führt obligatorische wöchentliche Urintest für ihre Jugendlichen ein (auf Forderung radikaler Elterngruppen).
Schnell wird ruchbar, dass auch Firmen bei ihren Angestellten nach Drogenkonsum fahnden.

USA: Gemäß NORML liegt Marihuana mit einem geschätzten Jahresumsatz von 18.5 Milliarden Dollar in der Rangliste der profitabelsten einheimischen Nutzpflanzen auf Platz 1 (weit vor Mais)

1989

Schweiz: Hans-Jakob Peter beklagt in seiner Lehrschrift “Flachs und Hanf”, dass der Hanfanbau kaum mehr möglich sei, weil die Felder regelmäßig von Nachtbuben abgeerntet würden. (und das, obwohl die verwendeten Hanfsorten nach offizieller Darstellung keine Rauschwirkung haben sollen)

USA: Der “war on drugs” strebt neue Höhepunkte an Für “Anti-Drogen-Spots” werden Sendezeit und Anzeigeflächen im Wert von einer Milliarde Dollar zur Verfügung gestellt. Die Etats für diese Werbung, sowie großzügige Unterstützung von “Drug-Free America”-Initiativen kommen im Wesentlichen aus den Spendenkassen der Pharmaindustrie, der Apothekerverbände und von Tabak-, Schnaps- und Bierproduzenten. Ganz oben auf der Freizügigkeitsliste stehen Namen wie Anhauser, Bush, Coors, Phillip Morris, usw.

30.03.1989 Beginn des Gründungskongresses der Internationalen Liga für die Drogenfreigabe.

1990

Schweiz: Die Psychosekte VPM veranstaltet in Zürich einen “internationalen Drogenkongress” und engagiert dafür Gabriel Nahas als “wissenschaftlichen Kronzeugen” für ihre fanatische Drogenideologie.

Weltweit gibt es bereits über 16’000 wissenschaftliche Untersuchungsberichte zu Cannabis – und täglich kommen neue hinzu.

USA: Das National Institute of Health (NIH) in Washington veröffentlicht eine Studie, aus der hervorgeht, dass eine NIH-Forschergruppe einen Cannabisrezeptor im menschlichen Hirn lokalisiert hat.

Das bedeutet, dass THC, anders als Alkohol, “nach einem genauen ‘Modus operandi’ in spezifische Hirnfunktionen eingreift”, oder anders ausgedrückt, dass eine pharmakologische Verwendung dieser Molekülform im Bauplan der Natur vorgesehen ist (in der Folge konzentrieren sich weltweit viele Forschungsprojekte auf die Entschlüsselung der Funktionsweise “körpereigener Cannabinoide”, der sogenannten Anandamine). Roger Pewitt (Universität Aberdeen) fasst die Bedeutung der Entdeckung wie folgt zusammen: “Wir haben es nicht mehr einfach mit der Pharmakologie eines Genussmittels zu tun, sondern mit der Physiologie eines neu entdeckten Systems im Gehirn”.

USA: Der offensichtlich erfolglose “War on Drugs”, den Bush v.a. im Ausland führt, entpuppt sich immer deutlicher als sinnlos. Südamerikanische Drogenbosse witzeln, dass die in den USA selbst angebaute Marihuanamenge die der Importe übersteigen würde. Wirtschaftsstudien stellen denn auch fest, dass Marihuana inzwischen hinter Weizen und Mais den drittgrößten Umsatz hat. Im Sommer setzen die USA zum ersten Mal im eigenen Land Militär gegen Cannabisplantagen ein (allerdings ohne Erfolge).

1991

Die schweizerische Bauernzeitung empfiehlt Hanfanbau aus ökologischen und ökonomischen Gründen.

29.08.1991 CH: Das Bundesgericht setzt neue Maßstäbe in der Cannabis-Gerichtspraxis: der Tatbestand einer “gefährlichen Menge” wird für Cannabis verneint (bis dahin betrug das Limit für einen “schweren Fall” gemäß einem BUG-Urteil von 1983 4 kg).

1991 Die schweizerische Bauernzeitung empfiehlt Hanfanbau aus ökologischen und ökonomischen Gründen.

29.08.1991 CH: Das Bundesgericht setzt neue Massstäbe in der Cannabis-Gerichtspraxis: der Tatbestand einer “gefährlichen Menge” wird für Cannabis verneint

1992 Eine Übersicht über therapeutische Anwendungsmöglichkeiten von Hanf-Inhaltsstoffen listet v.a. Anwendungen auf, für die sonst keine ebenbürtigen, oder nur mit starken Nebenwirkungen behaftete Medikamente existieren: Asthma, Grüner Star (Glaukom), Übelkeit, Tumore, Epilepsie,Infektionen, Stress, Magersucht, Depressionen, Magersucht, Rheumatismus, Arthritis, Eindämmung von Nebenwirkungen bei Chemotherapien.
US-Präsident Clinton räumt ein, auch schon Marihuana geraucht zu haben; er habe den Rauch allerdings nicht inhaliert (die Szene schüttelt sich vor Lachen)

14.12.1992 Schweiz: das Bundesgericht setzt neue Massstäbe für die Beurteilung von Drogen-Publikationen. Die Pressefreiheit wird über die Strafbarkeit der “Bekanntgabe von Konsummöglichkeiten” gestellt. Sowohl Anleitungen zum Hanfanbau, als auch zum basteln von Rauchgeräten sind nun offiziell erlaubt.

1993

Schweiz: Die Walliser Regierung bewilligt erst ein Hanffeld im Rhonetal, wird aber nach einigen Wochen misstrauisch, da der Bauer schon mit dem BMG in Konflikt gekommen war. Die Polizei räumt das Feld, der Bauer klagt auf Erwerbsausfall.


18.11.1993 Deutschland: Der SPD-Parteitag in Wiesbaden fasst sich ein Herz: “Zu einer legalen Abgabe von Cannabisprodukten zum Eigenverbrauch müssen Bedingungen für einen kontrollierten Verkauf geschaffen werden”.

1994

In der Schweiz bricht in landwirtschaftlichen Kreisen eine Hanf-Anbau-Euphorie aus:  17 Bauern pflanzen im Rahmen eines Forschungsprojektes der landwirtschaftlichen Versuchsanstalt Reckenholz insgesamt 10 ha Hanf an.

17.04.1994 Eine amerikanische Firma mit Sitz in Lausanne (“The swiss hemp trading company”) sucht im “Schweizer Bauer” Land für Cannabisanbau.

14.04.1994 Deutschland: Die Polizei sorgt auf allen Autobahnen um Dortmund für kilometerlange Staus: In der Innenstadt war ein Smoke-In angesagt…

13.09.1994 US-Präsident Bill Clinton unterschreibt zum Entsetzen Millionen kiffender Wähler ein Gesetz, das die Strafmasse für den Anbau von Hanfpflanzen festlegt:
100 bis 999 Hanfpflanzen: mindestens 5 Jahre Zuchthaus
1’000 bis 60’000 Hanfpflanzen: mindestens 10 Jahre Zuchthaus
ab 60’000 Hanfpflanzen: zwangsläufig Todesstrafe.

1.10.1994 Deutschland: Die Erstausgabe des Cannabis-Magazins “HanfBlatt” erfreut die Leser.

22.10.1994 Deutschland: Der Bundesdrogenbeauftragte Lintner stellt in der Bild-Zeitung seine Vorstellungen einer Ecstasy- und Haschprävention in der Jugendszene vor: man müsse einfach die Techno-Musik verbieten…

20.11.1994 Deutschland: Der rührige Bundesdrogenbeauftragte Eduard Lintner (CSU) steuert einmal mehr unqualifiziertes Geschwafel zur aktuellen Drogendiskussion bei: Er warnt vor Coffeeshops; es sei bewiesen, dass solche Einrichtungen Dealer harter Drogen geradezu anlocken würden.

1995

Schweiz: 130 Bauern pflanzen Hanf an, ohne sich um die Subventionsgrenze von 0.5% THC zu scheren. Einige machen, als es um die Abnahme geht, schlechte Erfahrungen mit der “Swiss Hemp Trading Company”, andere machen teilweise recht gute Geschäfte: Alternativ – Shampo – Herstellung, Hanföle und vieles mehr.

Schweiz: In Litzisdorf eröffnet ein “Hanf-Lehrpfad;”, von wo sich Interessierte gegen Cash ganze Hanfpflanzen in die heimische Stube mitnehmen können.
Die deutsche Presse führt sich auf, als ob Marihuana in der Schweiz legalisiert worden wäre. In der Praxis nimmt aber die Repression auf der Gasse, speziell gegen CannabiskonsumentInnen deutlich zu. So fällt z.B. die Basler Staatsanwältschaft in die 70er zurück und beschlagnahmt in einem Head-Shop sogar Blumenerde und Hanfliteratur…

Deutschland: Der Legalisierungsruf wird unüberhörbar. Im Bundestag mehren sich die Anfragen und an den Kiosken hängen plötzlich verschiedene Hanfmagazine aus. Head- und Grow-Shops erreichen eine neue Blüte.

1996

Deutschland: Das Betäubungsmittelgesetz wird dergestalt revidiert, dass Hanfanbau zu industriellen Zwecken wieder möglich ist.

571 Bauern reagieren prompt und erhalten die Bewilligung für 1423.47 Hektaren.
Deutschland: Außer Papieren und Kosmetika bereichert nun auch ein Hanf-Likör das Sortiment.

Deutschland: In mehreren Städten jagen sich die Smoke-Ins
Schweiz: Der grossflächige Hanfanbau boomt geradezu.

Schweiz: Die vielfältigen legalen Anwendungsmöglichkeiten sorgen für neue Produkte und für Schlagzeilen:
Im Frühling warnt das BAG vor einer bestimmten Hanföl-Sorte: nach dem Genuss von Salat erlebten mehrere Leute “Wahrnehmungsstörungen” (der Ölhersteller hatte es unterlassen, den anhaftenden Harzstaub vor dem Pressen von den Samen zu waschen).

Anfangs Sommer lanciert eine Wädenswiler Brauerei das erste Hanfbier (mit 5.8% Alkohol) der Schweiz. Der Erfolg ist so gross, dass der Brauer für die Produktion andere Braustätten einbeziehen muss. Der Export nach Deutschland scheitert allerdings am deutschen “Reinheitsgebot” (ein analoges deutsches Produkt kommt im Herbst heraus, darf aber weder als “Bier” angepriesen, noch in den üblichen 33cl Bierflaschen vertrieben werden). Im Herbst erteilt die EMPA dem Vollwaschmittel “Sativa” seinen Prüfstempel.

An mehreren Orten in der Schweiz entstehen (illegale) Coffee-Shops, in denen Haschisch mehr oder weniger offen über die Theke gehandelt wird.

Niederlande: Aufgund des Drucks aus der EU (vornehmlich Frankreich) sieht sich Holland genötigt, die Coffeeshop-Bestimmungen zu verschärfen. Die “tolerierte Menge” wird von 30 auf 5g Haschisch gesenkt. Im Gegenzug erhalten Coffeeshopbetreiber (endlich) die Bewilligung, ein Lager zu halten (bis 1/2 Kilo).
Frankreich tobt jedoch weiter gegen die Niederlande. Diese limitiert daraufhin die Anbaumenge für Eigenbedarf auf 4 Pflanzen pro Person.

1997

“I support decriminalization. People are smoking pot anyway and to make them criminal is wrong.”


(Ich unterstütze die Entkriminalisierung. Die Leute rauchen Pot ohnehin und sie zu Verbrechern zu machen ist falsch.)

Sir Paul McCartney Sir Paul McCartney
Musician
September 1997

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

from: hanfmillenium

 

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Das 20. Jahrhundert – Teil II

Das 20. Jahrhundert Teil II

“Märchenerzähler” und “Visionäre” prägen das Bild – Widersprüche kennzeichnen diese Zeit. Das erste “Bio-Auto” (Man stelle sich vor – eine Karosserie stärker als Stahl – aus Hanf! Sprit – aus Hanf…!) gehört genauso hierher, wie 30 Jahre Gefängnis für 85g Marihuana-Besitz…

Und wieder einmal meldet sich die WeltGesundheitsOrganisation zu Wort – Cannabis erzeuge keine psychische Abhängigkeit…

aber es geht ja noch weiter…

 

1936

1936 Anslingers Bureau gibt den wohl grässlichsten “Aufklärungsfilm” in Auftrag (Reefer Madness) (vgl. Geschichte Anslinger)

Ella Fitzgerald und Chick Webb nehmen den Song “When I Get Low, I Get High” auf.

USA: Du Pont sichert Regierungsvertretern zu, dass Hanföl durch synthetische Öle ersetzt werden könne (die natürlich mehrheitlich von Du Pont hergestellt werden)

1937

Reefer Madness kommt in die Kinos (vgl. Geschichte Anslinger)
USA: 46 von 48 Bundesstaaten haben bereits Gesetze gegen Marihuana erlassen

Bis 1937 wurden ca. 80 % der weltweit verwendeten Schnüre, Seile und Taue aus Hanf hergestellt.

Hauptproduzent zwischen 1740 und 1940 ist Russland.

Die amerikanische Fachzeitschrift “Mechanical Engineering” zählt über Seiten hinweg die Vorzüge des Hanf auf und übertitelt das Ganze mit “Die profitabelste Nutzpflanze, die man sich wünschen kann”

“Du Pont” lässt sowohl Verfahren zur Herstellung von Plastic aus Öl, als auch Sulfat/Sulfit-Verfahren zur Papierherstellung aus Holz patentieren (diese Patente sichern Du Pont für die nächsten 50 Jahre 80% des Gesamtumsatzes). Die Du Pont-Papierherstellung ist teurer und umweltbelastender als das Hanf-Papier-Verfahren, das Resultat ist zudem von schlechterer Qualität. Der Chemieriese hat jedoch großes Interesse an einer Eliminierung der Hanf-Konkurrenz..

Im Frühling findet eine Anhörung der AMA (Aerztekammer) zur beabsichtigten Marihuanagesetzgebung statt. Die AMA-Vertretung erfährt erst 2 Tage vorher, dass es sich bei dem “Mörderkraut aus Mexiko” um das vertraute Cannabis handelt und protestiert

(Bei der späteren Debatte im Kongress lügt der Abgeordnete Vinson für den Haushaltsausschuss ungeniert, als die Frage nach dem Einverständnis der

Aerztekammer gestellt wird, indem er einen nicht existierenden Arzt* als Referenz für angebliches Einverständnis der AMA angibt.

Oliphant brachte den Gesetzesvorschlag direkt im Haushaltsausschuss des Kongresses ein, auf diese Weise wurden andere zuständige Ausschüsse wie die für Nahrung und Rauschgift, Landwirtschaft, Textil und Handel umgangen. Der Haushaltsausschuss behandelt Gesetzesentwürfe direkt im Plenum, ohne dass diese vorher in anderen Ausschüssen debattiert werden müssen. Als dann das Gesetz im Plenum des Kongresses zur Beratung und Abstimmung vorlag, kam aus dem Publikum lediglich die Frage, ob der Amerikanische Ärzteverband (AMA) konsultiert wurde. Dieses wurde von dem Abgeordneten Vinson bestätigt. Er behauptete: *”Dr. Wharton (fehlerhafte Aussprache für Woodward) und die AMA stimmen vollkommen mit uns überein.”
So wurde das Gesetz verabschiedet und zog eine bis heute andauerndes Verbot von Cannabis nach sich.
Der Kongress verabschiedet daraufhin den Marihuana Tax Act).

1863 – 1947

Henry Ford

Henry Ford

Henry Ford wurde am 30.7.1863 in Dearborn, Michigan, geboren.

Er interessierte sich schon als kleines Kind für Technik, wurde Maschinist und dann leitender Ingenieur bei der ‘Edison Illuminating Company’ in Detroit.

Nachdem er 1892 und 1896 schon Automobile konstruiert hatte, gründete er 1903 die ‘Ford Motor Company’.

Es gab aber nicht nur den genialen Konstrukteur und Fabrikanten Henry Ford. So waren die sozialen Bedingungen in seinen Werken vorbildlich.

Henry Ford starb am 7.4.1947 in Detroit.

Henry Ford führt das Plastik-Auto ein, das aus Cannabis hergestellt ist und durch Cannabis betankt werden kann.

1941

Die Hoffnung, seine Firma aus dem Einflussbereich der Erdölindustrie herauszu-führen, schmolz dahin, als Cannabis verboten wurde.

Die Karosserie aus Hanf war stärker als Stahl, und der Verschleiß so gering, dass die Notwendigkeit das Fahrzeug in eine Werkstatt zu bringen drastisch reduziert war. Es hätte keine Möglichkeit mehr gegeben mit Schutzvorrichtungen oder Stoßdämpfern ein Vermögen zu machen.

Zeitungsausschnitt BIOCar

Zeitungsausschnitt BIOCar

Original – Zeitungsausschnitt und Text:

Popular Mechanics introduces Henry Ford’s plastic car, manufactured from and fueled by cannabis. Hoping to free his company from the grasp of the petroleum industry, Ford illegally grew cannabis for years after the federal ban. His composite car body was stronger than steel which would have made “planned obsolesence” obsolete. In other words, because parts on the automobile were going to be so strong there wouldn’t be as much of a need for car repair shops to make fortunes from selling new fenders and bumpers at outrageous prices.

 

 

Zeitungsausschnitt BIOCar

Zeitungsausschnitt BIOCar

1938

Du Pont, führend im Hanfölgeschäft, patentiert die Nylonfaser

03.02.1938

Der amerikanischen Öffentlichkeit wird mit dem Versprechen auf “Billionen-schwere Ernteerträge” eine neu entwickelte Marihuana-Erntemaschine vorgestellt.

Jan. 1939

New Yorks Bürgermeister LaGuardia setzt eine Untersuchungskommission ein, die Verhaltensforschung bei den Kiffern in New York City betreiben soll

1945

Die AMA präsentiert Anslinger eine (von ihm bestellte) Studie, die besagt, dass sich 1944/45 34 schwarze und 1 weisser GI, die Marihuana geraucht hatten, gegenüber weissen Vorgesetzten ungebührlich benommen hatten.

1947

USA: die USA machen Anslinger zum Vorsitzenden der UN-Drogenkommission und dehnen damit die Politik der Polemik auf die ganze Welt aus. – mehr dazu unter “Harry Jacob Anslinger”

28.04.1948

USA: Das JAMA reagiert auf den “La Guardia Report” und fordert Politiker und Beamte auf, die “unkritische Studie zu ignorieren und auch weiterhin Marihuana als ernsthafte Bedrohung zu sehen”

1949

V.A. Reko publiziert eine fürchterliches Traktat (“Studie”) über Cannabis, die bis in die siebziger-Jahre hinein immer wieder in Anti-Cannabis-Expertisen als Quelle zitiert wird.

“Haschischsüchtige gelten als unzuverlässig und in Geschäften als waghalsig. Als Charakteristicum ihres Erscheinungsbildes seien die vernachlässigte Kleidung, die infolge starker Conjunctivitis geschwollenen Augenlider, sowie das mürrisch verzogene Gesicht hervorgehoben.

 

Wie bei alten chronischen Schnapstrinkern so ist auch hier die rote Nase, der charakteristische Tremor der Fingerspitzen und ein intensiver Speichelfluss aus den Mundwinkeln auffallend. Die Zeit zwischen den einzelnen Extasen erfüllt den Süchtigen mit tiefer Niedergeschlagenheit, verzweifelter Schwäche und Lebensekel, so dass Selbstmord das häufige Ende ist.”

1949

“Interessant ist auch, dass der Süchtige kaum mehr aus eigenen Kräften von diesem Laster loskommt, obschon die Entwöhnung mit weitaus weniger Schwierigkeiten und viel geringeren Abstinenzerscheinungen verbunden ist, als etwa die von Morphin und Cocain”

V.A. Reko, 1949
zitiert von Hans Karbe in “Haschisch” (Arzneimittelforschung 1 [1951] 37-43)

10.01.1949

Robert Mitchum gerät wegen Marihuanarauchens mit dem Gesetz in Konflikt

1953

Schweiz: Die “Schweizerische Medizinische Wochenschrift” wird hanfmäßig politisiert: A. Abdulla veröffentlicht eine Artikel über die “Ägyptische Volksseuche Cannabis”.

1954

Die WHO behauptet, Cannabis habe keinerlei therapeutischen Wert. (Die Stellungnahme wurde von Anslinger durchgedrückt).
Alice B. Toklas veröffentlicht in einem ihrer Kochbücher ein Hasch-Konfekt-Rezept “für Damen-Bridge-Clubs an regnerischen Nachmittagen”. Die US-Ausgabe wird zensiert..

03.03.1954

Deutschland: “Die Welt” reportiert über den deutschen Drogenkonsum: “17’340 rauchen Marihuana” … “Endstation solcher Spaziergänge in ein künstlich erzeugte Paradies sind fast immer das Zuchthaus, die Irrenanstalt oder der Friedhof”

1955

Schweiz: Es gibt noch 66 Produzenten mit einer gesamten Anbaufläche von 1.1 ha (!) Auch in Deutschland verschwindet der Hanfanbau allmählich.

1956

USA: Der Kongress verschärft den “Marihuana Tax Act”: Das obligatorische Strafmass für Handel oder Weitergabe wird auf fünf Jahre Gefängnis erhöht.

1959

Die US Narcotics Commission startet ein Forschungsprogramm über Cannabis

1960

In den USA werden 169 Marihuana-Prozesse geführt

1961

H. Anslinger schafft es, in der UNO die “Single Convention on Narcotic Drugs” durchzubringen, in der Cannabisprodukte den Opiaten gleichgestellt wird. “Zum Wohl der Menschheit” müssen sich die Unterzeichnerstaaten dazu verpflichten, innerhalb von 25 Jahren jeglichen Hanf-Anbau einzustellen.

1962

USA: Grundsatzurteil des obersten Gerichtshofes: Drogenabhängigkeit ist kein Verbrechen, sondern eine Krankheit

John F. Kennedy ist der erste US-Präsident in diesem Jahrhundert, von dem man weiß, dass er Hasch raucht. Er nutzt die Droge primär zur Linderung seiner Rückenschmerzen.

20.04.1964 Mechoulam und Gaoni publizieren die chemische Struktur von Delta-9-THC

16.08.1964 USA: Die LeMar (Legalize Marijuana) wird gegründet

22.01.1966 Hively, Mosher und Hoffnann beschreiben im Journal of the American Chemical Society die erstmals erfolgte Isolation eines zweiten psychoaktiven Cannabis-Wirkstoffes (D-6-THC)

11.03.1966 USA: Timothy Leary wird wegen Besitzes von ca. 85 Gramm Marihuana zu 30 Jahren (!) Gefängnis verurteilt

1967 Deutschland: Die protestierenden Studenten kiffen und die Regierung entdeckt das Cannabisverbot als Disziplinierungsmaßnahme gegen die unbequeme Opposition. In der Folge wird Hanf erst recht zum Symbol der Gegenkultur und als solches sehr schnell vermarktet.

In Mitteleuropa wird die Kampagne Anslingers wiederholt, allerdings mit wesentlich weniger Mordstories. Es findet sich jedoch schnell ein Stab von Wissenschaftlern, die bereit sind, Gefälligkeitsgutachten zu liefern, bzw. die von Anslinger in Auftrag gegebenen Hetzpamphlete kritiklos zu übersetzen (speziell Wolfram Keup, Dornbusch und – anfangs auch – Täschner machen sich so einen Namen; letzterer gesteht einige Jahre später ein, dass dabei politische Motive im Vordergrund standen).
Die sog. wissenschaftliche Hetzjagd beginnt: Keup entdeckt in Berlin “alarmierende Fälle von Haschisch-Entzugspsychosen” USA: Der Strassenmusiker und “Politkiffer” David Peel begründet eine “Legalize Marijuana Campaign” und untermauert seine Forderungen in den folgenden Jahren mit einigen, der Regierung höchst unsympathischen Alben.

24.07.1967

In der Londoner “Times” erscheint ein ganzseitiges Inserat der britischen Ärztekammer, unterschrieben von allem, was in der britischen Medizinwelt Rang und Namen hat: “Das Gesetz gegen Marihuana ist amoralisch vom Prinzip her und undurchführbar in der Praxis”

08.10.1967

USA: Die Rektorin einer kalifornischen Grundschule wird vom Dienst suspendiert, nachdem sie zugegeben hat, seit 1949 täglich Pot zu rauchen.

21.10.1967

USA: Marsch zum Pentagon und Smoke-In für den Frieden

1968

Die UNESCO verabschiedet eine Resolution, in der alle betroffenen Länder aufgefordert werden, strikt gegen Marihuana vorzugehen, die Forschung voran-zutreiben und sich effektiv mit dem öffentlichen Interesse auseinanderzusetzen, das für eine Legalisierung oder gar Tolerierung des nicht-medizinischen Gebrauchs von Cannabis eintritt.

Deutschland: Das Opiumgesetz wird mit speziellen Erwähnungen des Hanfes ergänzt.
Weltweit sind bisher über 2000 Arbeiten zur Hanfdroge bekannt.
In aller Welt laufen neue Forschungsprojekte an

In England publiziert die Untersuchungskommission für Drogenabhängigkeit den Wootton-Report. Er bestätigt die bisherigen großen Berichte (Indische Hanf-Kommission von 1894; Militär-Kommission in Panama, 1925 und 1931; LaGuardia-Report von 1944)

USA: Das Federal Bureau of Narcotics wird dem Justizministerium unterstellt und fusioniert mit dem HEW Bureau for Drug Abuse Control zum Bureau of Narcotics and Dangerous Drugs
Deutschland/Schweiz: Die Medien steigen in den neu entdeckten Anti-Cannabis-Krieg im Sex-and-Crime-Stil ein. Dabei wird immer der Eindruck erweckt, bei Hanf handle es sich um eine gefährliche exotische Droge, die im mitteleuropäischen Klima nicht gedeihen könnte.

Schweiz: Die Hanfverteufelung schwappt nach den Mai-Unruhen auf die Schweiz über. Dieselben Kreise wie in den USA und in Deutschland zeigen sich über dieselben Phänomene (Jugendprotest) verunsichert und greifen zu den selben disziplinarischen Maßnahmen (Durchsetzung des Hanfverbots), um die Bewegung zu kriminalisieren. 123 Cannabisfreunde werden dem Richter zugeführt, eine für die Schweiz noch nie da gewesene Anzahl … die überwiegende Mehrheit aus den Reihen der demonstrierenden Studenten. Hanfgenuss erhält dadurch sofort Protestcharakter.

19.09.1968 USA: Timothy Leary gibt die Gründung der “League of Spiritual Discovery” (LSD) bekannt, einer Religion, deren Sakramente LSD, Peyote und Marihuana sind (in den USA steht die Religionsfreiheit, inklusive der Ausübung der entsprechnden Riten, über den Gesetzen).

14.04.1968 San Francisco: Der Streifenpolizist Richard Bergess (“Sergeant Sunshine”) zündet sich auf der Treppe des Gerichtsgebäudes einen Joint an und wird auf der Stelle verhaftet.

19.04.1968 Zinberg, Weil und Nelsen beginnen an der Bostoner Universität mit Versuchen zur Wirkung hoher Marihuana-Dosen und realisieren damit erstmals die Prinzipien moderner Drogentests.

09.07.1968 USA: Die US-Regierung verbietet Handel und Herstellung von synthetischem Cannabis

20.08.1968

USA: Lee Otis Johnson, Chef des Houston SNCC bietet einem RD-Beamten einen Joint an, wird festgenommen und später zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt.

10.1968 In den USA erscheint die erste Dope-Zeitung (Marijuana Rewiew)

15.10.1968

USA: Das FBI leitet eine Großaktion gegen ein Phantom ein: Ein mysteriöser “Johnny Pot” durchstreift die Lande und sät überall Cannabis aus…

18.10.1968

Scotland Yard findet in John Lennons Wohnung Material für 40 Joints: 360 Pfund Strafe

1969

Die WHO stellt fest, Cannabis erzeuge keinerlei physische Abhängigkeit, em-pfiehlt aber dennoch weiterhin die gesetzliche Kontrolle.

Schweiz: Die Basler Psychiatrieprofessoren Battegay und Ladewig, publizieren ihre erste große Studie über Haschisch: “Zur Drogenabhängigkeit vom Typ Cannabis”.

USA: Der oberste stellt Gerichtshof fest, dass der “Marihuana Tax Act” gegen den 5. Verfassungszusatz (Garantie gegen Selbstbeschuldigung) verstößt, und hebt ihn auf.

USA: Die AMORPHIA (Cannabis Coorporation) wird gegründet

Deutschland: In Berlin macht eine anarchistische Bewegung, die zeitweise bis zu 1000 Personen umfasst, von sich reden: der “Zentralrat der herumschweifenden Haschrebellen”

13.01.1969 Die amerikanische Regierung gibt bekannt, dass sie Cannabis zu Forschungszwecken anbauen wird

15.05.1969 USA, Berkeley: Der People’s Park wird besetzt

28.05.1969 England: Mick Jagger wird in London wegen Haschischbesitzes verhaftet

10.1969 USA: Richard Nixon lanciert die “Operation Intercept”, die bisher größte Polizeiaktion gegen den Marihuanaschmuggel aus Mexiko; nach nur 20 Tagen wird die Operation wieder abgebrochen.

24.10.1969 USA: Auf einer Pressekonferenz erklärt Präsident Nixon den “War On Drugs”.

from: hanfmillenium

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Das 20. Jahrhundert Teil I

 

Der Kampf beginnt. Machtinteressen und Kapitalvermehrung stehen im Vordergrund, als dem “Volke” vermittelt wird, dass man lieber Bäume abholzen solle, um Papier herzustellen oder Eröl fördern muss, um weiterhin Öl für Lampen oder Rohstoffe für Farben und Lacke zu haben.

Und trotzdem – der Hanf ist nicht unterzukriegen…

1837 – 1901

Hier lebte im goldenen 19. Jahrhundert auch ein Dichter mit Namen Charles Ludwig Dogdson, ein etwas skurriler Mensch, der vor allem deshalb Aufsehen bei seiner Mitwelt erregte, weil er sich in ein kleines Mädchen verliebt hatte.

Alice Liddell hieß sie und sie war die Tochter eines Dekans. Charles Ludwidge Dogson hat dieser Alice ein Denkmal gesetzt – in seinem Bestseller “”Alice im Wunderland””, den er unter dem Namen “Lewis Carroll” veröffentlichte.

Seine Werke waren voller Skurrilität – ob’s vom Hanf kam? “Lewis Carroll”, ein allgemein eher schüchterner Zeitgenosse, neigte zu Depression. Um sie in den Griff zu bekommen, riet sein Arzt ihm zu einem probaten Mittel, welches er bis zu seinem Tod löffelweise verschlang: den “Indian Soothing Syrup”. Und der bestand aus Honig, Kräutern und zwölfprozentiger Cannabis “Tinktur”.

1903 “Extractum Cannabis indicae aquosum fluidum” wird nun auch als Mittel gegen Koliken bei Pferden empfohlen, “besonders, wenn dasselbe plötzlich auf der Strasse ausbricht und das Tier behufs Verbringung in die Stallung sofort beruhigt werden soll”

1905 England: Pablo Picasso malt seinen haschenden Jüngling

Kleiner Excurs: 26.04.2004

 

Das Auktionshaus Sotheby’s hat die Versteigerung eines der bedeutendsten “Picasso”-Gemälde zu einem Rekordpreis von mindestens 70 Millionen Dollar (rund 59 Mill. Euro) angekündigt. Picassos „”Garcon a la Pipe”“ (Junger Mann mit Pfeife) aus der Sammlung der Whitney-Familie könnte damit bei der Auktion impressionistischer und moderner Kunst am 5. Mai in New York noch rund 15 Millionen Dollar mehr erzielen als das bisher teuerste Picasso-Werk.

In der Liste der zehn teuersten Gemälde liegt dieses Bild auf Platz sechs.

1906

USA: Das erste Gesetz zur Reinhaltung von Nahrungsmitteln und Drogen (“Pure Food and Drug Act”) tritt in Amerika in Kraft. Bis zu seiner Verabschiedung konnte man in Läden oder durch den Versandhandel Medikamente kaufen, die Morpium, Kokain, Cannabis oder Heroin enthielten, ohne entsprechend gekennzeichnet zu sein.

1909

Merck preist seinen Marktrenner “Extractum Cannabis indicae pinque” als Mittel zur Beseitigung von “Gasbeschwerden” im Darm und gegen Schmerzen beim Stuhlgang an.

Gene Krupa

Gene Krupa

15.01.1909 * “Gene Krupa”, Jazzmusiker und Marihuanaliebhaber

Erroll Flynn

Erroll Flynn

20.06.1909 * “Erroll Flynn”, Potraucher und Schauspieler

1909 Alfred Kubin

Deutschland: “Alfred Kubins” Roman “Die andere Seite” wird gedruckt. Das “Buch” basiert – wie Kubin erklärt – auf Cannabis-Erfahrungen.

"Alfred Kubins" Roman "Die andere Seite"

“Alfred Kubins” Roman “Die andere Seite”

Bei vielen Menschen löst es Entsetzen, bei anderen pure Begeisterung aus. Es erzählt die Geschichte des Zeichners Kubin, der einer Einladung seines früheren Kindheitsfreundes Patera folgt. Er reist in das ferne „Traumreich“, dessen gott-gleicher Herrscher der Patera ist. Im „Traumreich“ leben seelisch und körperlich geschädigte Menschen in der Stimmung vergangener Zeiten, düster und lichtarm. Was anfangs der Stimmung Kubins entgegenkommt, die Existenz im Scheinreich der Träume, wird nach und nach zum Alptraum. Die Düsterheit, die ihn erst wie ein warmer Mantel geborgen hat, fängt an, ihm die Luft, die Lebensfreude zu nehmen. Depressionen plagen ihn. Er ersucht um eine Audienz bei Patera, doch als er sie erhält, liegt der väterlich-gottgleiche Freund im Sterben. Das System gerät aus den Fugen. Der führenden Hand beraubt, zerstören die Einwohner in orgiastischen Ausschreitungen das Traumreich. Kubin, der die Exzesse überlebt, gelangt innerlich ausgebrannt wieder in die äußere Welt, die Realität.

1910

Südafrika versucht, die alten Dagga-Kulte und Naturreligionen der Eingeborenen zu unterbinden und verbietet den Cannabiskonsum
Deutschland: Die Zigarettenmarken “Nil” (8% Cannabis) und “Harem” (7%) verschwinden vom Markt, was allerdings weniger mit dem Cannabis, als vielmehr mit einem Trend zum “Leichtrauchen” zusammenhängt.

1912

Den Haag: Bei der internationalen Opium-Konferenz taucht erstmals die Forderung auf, Cannabis weltweit zu verbieten. Alles staunt, der italienische Abgeordnete, der die Forderung eingebracht hat, erklärt daraufhin, er habe Haschisch mit Opium verwechselt, entschuldigt sich und die Hanfwelt ist wieder in Ordnung. Das Resultat der Konferenz ist die “Haager Opium Konvention”, die jedoch noch keine Restriktionen gegenüber Cannabis enthält.

1914

USA: Utah verbietet als erster Bundesstaat Marihuana

1915

USA: Kalifornien erlässt ein Gesetz gegen den Marihuana-Konsum, das wie in Utah auf dem “Jim Crow” – Gesetz basiert (man macht Marihuanakonsum dafür verantwortlich, dass sich schwarze Unterhaltungskünstler weigern, sich die Gesichter mit schwarzer Schminke zu beschmieren)

USA: Der “Federal Harrison Narcotics Act” tritt in Kraft

1914 – 1918 Während der Kriegsjahre wird in Deutschland der Hanfanbau wieder vermehrt propagiert und auch betrieben.

März. 1914

Sancho Villa und seine bekiffte Truppe besetzen Torreon; im Andenken an diesen Sieg entsteht der Song “La Cucaracha”

14.10.1916

Das amerikanische Landwirtschaftsministerium veröffentlicht ein Bulletin über “Hanfwerg als Material zur Papierherstellung” zuhanden von “Personen, die an einer ökonomischen Papierherstellung interessiert sind, besonders “print and book manufactures”. Im Bulletin (Nr. 404) wird unter anderem festgehalten, dass dank moderner Fasergewinnungstechnik aus einem Hektar Hanf dieselbe Papiermenge hergestellt werden kann, wie aus 4.1 Hektar Wald (und das – im Gegensatz zur Holzbewirtschaftung – erst noch Jahr für Jahr).

Rückblickend darf vermutet werden, dass dieses Bulletin einer der Hauptgründe war, dass sich ein finanzstarkes Trio, bestehend aus Randolph “Hearst”, der Firma “”Du Pont””, sowie “Andrew Mellon” für das Kraut zu interessieren begannen und wenige Jahre später einen gewaltigen und schonungslosen Feldzug gegen Hanf führten.

1916 Teil II

  • “Hearst” ist Eigentümer der damals größten “Paper Manufacturing Company”, Wald- und Papierfabrikenbesitzer, sowie Zeitungsmagnat (in letzterer Funktion ist er seit Jahren bekannt und berüchtigt für seine Hetzkampagnen gegen Schwarze, Latinos und Mexikaner,- bis zu diesem Zeitpunkt aber nicht in Verbindung mit Cannabis, sondern v.a. mit Kokain).
  • Der Chemieriese “Du Pont” wird nicht nur im Textilfaserbereich vom Hanf konkurrenziert, sondern ist auch Lieferant der Sulfide für die Papierher-stellung aus Holz (und steht somit in florierender Geschäftsbeziehung zu Hearst)
  • Der Bankier “Mellon” *

*Andrew Mellon zweitreichster Mann der USA, Finanzminister und Hauptfinancier der Firma Du Pont ist nebenbei auch noch Onkel der Ehefrau eines gewissen Harry Anslinger…

1917

Mit Hinweis auf Sancho (Pancho) Villas Marihuana-Brigade verbietet auch Colorado den Marihuana-Konsum

1918

CH: Karl Haber verfasst eine ausführliche Darstellung des Hanf- und Flachs Anbaus im Bündner Oberland (und vergissst selbst das gemütliche Pfeifchen nicht)

16.01.1920

In den USA tritt die Alkohol-Prohibition in Kraft

20er

USA: In New York operieren die ersten “tea pads”

 

Ella Fitzgerald

Ella Fitzgerald

25.04.1921 * Ella Fitzgerald, Sängerin (“When I get low, I get high”)

 

 Jack Kerouac

Jack Kerouac

12.03.1922 * Jack Kerouac, Untergrund-Schriftsteller und Potraucher

 Malcolm X

Malcolm X

19.05.1923 * Malcolm X, farbige Symbolfigur und Marihuana-Händler

1924

Die Schweiz, die zu den 6 größten industriellen Produzenten von Heroin, Morphin und Kokain gehört und damit schwunghaften Handel treibt (z.B.mit China) wird durch massiven internationalen Druck genötigt, die Konvention von 1912 (Haager Konvention) doch noch zu unterzeichnen, bevor sie als Gastgeber für die zweite Opium-Konferenz auftreten kann. Ein erstes, rudimentäres Betäubungsmittelge-setz wird in Kraft gesetzt.

1925

Genf: Bei der zweiten internationalen Opium-Konferenz werden weltweite Kontrollmaßnahmen für Cannabis eingeführt, obwohl 18 der 19 teilnehmenden Staaten keine Probleme im Zusammenhang mit Cannabis vermelden können; lediglich Portugal berichtet, in seiner Kolonie Angola seien Fälle von schwarzer Aufsässigkeit nach Hanfgenuss vorgekommen. Die knapp ausgehende Schluss-abstimmung zu ungunsten des Hanfs wird von handfesten wirtschaftlichen Interessen bestimmt; so droht etwa Ägypten den Deutschen an, im Falle eines Cannabisfreundlichen Abstimmungsverhaltens Importbeschränkungen für Kokain (Merck) und Heroin (Bayer) zu erlassen.

bis 1925

In Europa werden Hanfkraut / Tabakmischungen als orientalische Tabakmischungen verkauft (Im Emmental zu Gotthelfs Zeiten hießen diese Mischungen “Sonntags-Pfeifen”)

1925 Teil II

Panama: Eine militärische Kommission befasst sich mit dem Cannabiskonsum in der Kanal-Region und empfiehlt der Verwaltung, keine Schritte gegen Konsum und Handel zu unternehmen. Gesetzliche Vorschriften werden als nicht notwendig erachtet.

ab 1925

Die Anti-Marihuana-Lobby in den USA macht mobil: Straftaten, die in den südlichen Grenzstaaten begangen werden, werden dem Marihuanakonsum zugeschrieben. Bei jedem erwischten Verbrecher, der irgendwann einmal gekifft hat (was eine ziemlich verbreitete Mode ist), wird der Drogenkonsum gleich als Ursache der Kriminalität dargestellt.

1926

Basel: Der Cannabisforscher P. Casparis beschäftigt sich mit der “Reindarstellung des Cannabinols” und leitet seinen Bericht mit folgenden Worten ein: “Haschisch ist ohne Zweifel eines der interessantesten menschlichen Genussmittel”

6.7.1927

USA: Die New York Times berichtet von einem grässlichen Zwischenfall nach versehentlichem Verzehr einiger Grasblätter.

 

14.06.1928

Die schweizerischen Kammern genehmigen die Ratifizierung des Abkommens der Opium-Konferenz von 1925. Cannabis wird jedoch noch nicht in das Betäubungsmittelgesetz aufgenommen.

1929

USA: In bereits 16 US-Staaten gibt es Gesetze gegen Cannabis (Außer den Südstaaten; die Argumentationen sind denn auch ausschließlich rassistischer Natur)
Dessen ungeachtet ist der Gebrauch (auch der medizinische) von Cannabis nach wie vor verbreitet. Ein amerikanischer Pharmaproduzent wirbt sogar damit, dass sich der amerikanische Hanf in seiner Tinktur durch nichts von indischem Cannabis unterscheide…

Deutschland: Der “Handel und Konsum von indischem Hanf, namentlich seinem “Harz” wird unter Strafe gestellt. (Allerdings wird das Gesetz bis Mitte der 60er kaum angewendet)

1930

USA: Als Ableger des Finanzministeriums wird das “Federal Bureau of Narcotics” gegründet. (vgl. Geschichte, H. Anslinger 1930)

USA: Schon über 500 “tea pads” in New York

1931

Panama: Zweiter Marihuana-Report: keinerlei negative Erkenntnisse

USA: Trotz anfänglichen Zweifeln über die Durchführbarkeit startet Anslinger mit einem fetten Sonderetat (100’000 Dollar,- und das auf dem Tiefpunkt der Wirtschaftskrise!) seine Verteufelungskampagne gegen Marihuana und seine KonsumentInnen. (Vgl. Geschichte, Harry Anslinger)

Neben Plakataktionen (“Warnung vor der Killerdroge”), und dem Verbreiten gefälschter Horror-Pressemitteilungen werden auch “Gutachten” in Auftrag gegeben.

Das erste wird für 2000 Dollar vom Gefängnisarzt A. E. Fossier konstruiert. Auszug: “Die herrschende Rasse und die aufgeklärtesten Länder sind alkoholisch,( wie war das mit der Alkohol-Prohibition?) derweil die Länder und Nationen, die Hanf und Opium verfallen sind, (…) sowohl geistig als auch physisch zu Grunde gegangen sind”

1932

Cab Calloway

Cab Calloway

In der Jazz-Szene wird Cannabis besungen: Cab Colloway besingt den “Reefer Man”.

USA: Anslinger wird offiziell zum obersten Chef des “US Bureau of Narcotic” ernannt. (vgl. Geschichte, Harry Anslinger)

5.12.1933

USA: Um 15:32 Uhr endet der 13 Jahre andauernde Versuch einer Alkohol-Prohibition. Die freiwerdenden Repressionskräfte werden vom dankbaren Anslinger aufgenommen.

1934

USA: Walter Bromberg publiziert die erste klinische Studie zum Cannabiskonsum und liefert damit erstmals Tatsachen. Die seit Anfangs der 30er stattfindende Polemik und Hetzkampagne kümmert das allerdings wenig.

1935

Allein 1935 wurden in den USA 58.000 Tonnen Hanfsamen nur für Farben und Lacke verwendet.
Dann wurden dem Kongress und dem US-Finanzministerium versichert, dass Hanföl durch synthetische Öle ersetzt werden kann, die in erster Linie wieder von der Fa. Du Pont hergestellt wurden.

Der Chefberater des US-Finanzministeriums, Herman Oliphant, war daraufhin alleinverantwortlich für den Gesetzentwurf zur Marihuanasteuer, dessen Annahme durch den Kongress die Ausschaltung des Rohstoffes Hanf bedeutete.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Hanföl das in den USA und der Welt am häufigsten verwendete Leuchtöl. Von da an stand es noch bis in die 70er Jahre an zweiter Stelle hinter dem Walöl. Es war das hellste Lampenöl.
Nachdem 1859 in Pennsylvania Öl entdeckt worden war und Rockefeller in den 70er Jahren das nationale Petroleum-Monopol an sich gezogen hatte, wurde Hanföl in den USA durch Petroleum und Kerosin ersetzt.

1937

Herman Oliphant, angesprochen auf die Marihuana-Steuer im Du Pont-Aktionärsbericht von 1937: “Wir fordern radikale Einschnitte bei der Steuergesetzgebung der Regierung. Sie könnte in ein Instrument verwandelt werden, die Akzeptanz neuer Ideen des industriellen Wiederaufbaus zu beschleunigen.”
Mit diesen neuen Ideen des industriellen Wiederaufbaus waren die bereits erwähnten Kunstfasern – und Stoffe gemeint. Die Forderungen DuPonts wurden in die Tat umgesetzt, am 14. April 1937 wurde von dem Chefberater des Finanzministeriums Herman Oliphant ein Entwurf für ein Marihuana-Steuergesetz, welches eine Gewerbesteuer für Händler und eine Erwerbssteuer für den Kauf von Cannabis beinhaltete, eingebracht.
Der Handel mit Marihuana wurde von nun mit 1 Dollar pro Unze, bzw. mit 100 Dollar, wenn der Händler nicht registriert war, besteuert. Die Strafspanne bei Nichtbeachtung ging von 2000$ Geldstrafe bis zu fünf Jahre Haft.
Diese Steuer vertrieb kleine landwirtschaftliche Betriebe aus dem Hanfanbaugeschäft, die bisher einen großen Teil der Gesamtproduktion von

1937 Teil II

Faserhanf ausmachten. Auch Ärzte nahmen wegen der erforderlichen komplizierten Buchführung immer mehr Abstand davon, Cannabis zu verschreiben, was den Weg für neue, synthetische Medikamente ebnete, die nicht in jedem Garten anbaubar sind.
Oliphant brachte den Gesetzesvorschlag direkt im Haushaltsausschuss des Kongresses ein, auf diese Weise wurden andere zuständige Ausschüsse wie die für Nahrung und Rauschgift, Landwirtschaft, Textil und Handel umgangen. Der Haushaltsausschuss behandelt Gesetzesentwürfe direkt im Plenum, ohne dass diese vorher in anderen Ausschüssen debattiert werden müssen. Als dann das Gesetz im Plenum des Kongesses zur Beratung und Abstimmung vorlag, kam aus dem Publikum lediglich die Frage, ob der Amerikanische Ärzteverband (AMA) konsultiert wurde. Dieses wurde von dem Abgeordneten Vinson bestätigt. Er behauptete: “Dr. Wharton (fehlerhafte Aussprache für Woodward) und die AMA stimmen vollkommen mit uns überein.”
So wurde das Gesetz verabschiedet und zog eine bis heute andauerndes Verbot von Cannabis nach sich.

30er Jahre

USA: jährlich werden mehr als vier Millionen Pfund Hanfsamen als Vogelfutter verkauft
Die Anslinger-Hetzkampagne nimmt im Verlauf der Jahre immer verheeren-dere Formen an. Der Bevölkerung wird suggeriert, dass Marihuana ein in den Wahnsinn und Tod führendes Rauschgift sei, mit dem “Neger, Mexikaner, Puertoricaner und Jazzmusiker” das Land vergiften und weiße Frauen verführen wollten. Die rassistische Kampagne gegen die ungeliebten Minderheiten zeitigt auch zusehends Erfolge.

Durch konstante Verwendung der südlichen Terminologie (“Marijuana”) und der Vermeidung der bekannten, mit harmlosen Assoziationen verknüpften Begriffe wie Hanf und Cannabis wird bald einmal suggeriert, dass es sich hier um eine neue, hochgefährliche Droge handelt (ein Vorgehen, das selbst in Europa bis heute seine Spuren hinterlassen hat; viele Bauern, die Erfahrun-gen mit Hanfrauchen haben, fallen aus allen Wolken, wenn sie erfahren, dass Hanfkraut und Marihuana dasselbe Gewächs sind)

from: hanfmillenium

 

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