US-Forscher: Cannabis könnte im Kampf gegen Ebola helfen

Cynthia Goldsmith

Cynthia Goldsmith

Cannabis zur Bekämpfung von Viren?
Ganz so revolutionär, wie sie auf den ersten Blick scheint ist die Idee nicht.
Bei Krankheiten wie HIV, Multiple Sklerose, Krebs und chronischen Schmerzen helfen Cannabinoide, vor allem THC und CBD, die körpereigene Abwehr zu stärken, den Appetit zu fördern und Schmerzen zu lindern. Auch ihre Wirkung gegen Pilze und Bakterien ist schon länger nachgewiesen.Die Übertragung des Ebola-Virus erfolgt kaum über die Luft und in erster Linie durch den direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten, vor allem mit Blut, Kot oder Erbrochenem. Die Schutzanzüge lassen eine Ansteckung also wahrscheinlicher erscheinen als sie ist, sind aber keineswegs unvernünftig, denn wenn es tatsächlich zu einer Übertragung kommt, wird es schnell kritisch. Das Problem: Ebola ist, wie HIV, ein Retrovirus.
Das bedeutet, dass der Erreger in die Zelle eindringt, sich in ihre genetische Information einbaut und sie zwingt, Klone von ihm anzufertigen. Dabei ist das Virus an seiner Oberfläche so wandelbar, dass es dem körpereigenen Immunsystem, genau wie allen medizinischen Möglichkeiten, nicht gelingt, ihm habhaft zu werden.
Kaum stellt es sich auf etwas ein, sieht das Ebola-Virus schon wieder anders aus und der “Schlüssel” passt nicht mehr ins “Schloss”. Das Immunsystem oder Impfungen können so nicht greifen.

Die in Marihuana enthaltenen Cannabinoide hemmen die Produktion von Zytokinen.
Zytokine sind Enzyme, die von Zellen der körpereigenen Immunantwort produziert werden und Erreger aber leider auch nahe liegenden Gefäßwände schädigen.
Beschädigte Gefäßwände begünstigen Blutungen und Blutungen sind das Symptom, das den meisten Ebola-Infizierten das Leben kostet.
Die Sterblichkeitsrate bei einer Infektion mit dem Ebola-Virus liegt, je nach Stamm, zwischen 50% und 90%.
Immunsystem und Impfungen versagen aus den oben genannten Gründen, ein Äquivalent zu den, bei Bakterien wirksamen, Antibiotika gibt es bei Virus-Erkrankungen nicht.
THC und CBD schützen zwar nicht vor einer Infektion mit Ebola, aber sie könnten die Krankheit weniger lebensgefährlich machen.

Die Ärzte, die diesen Ansatz erforschen, beschäftigen sich aus Berufsgründen viel mit Cannabis, sind teilweise auch an der Produktion bereits legal vertriebener THC-Medikamente beteiligt. Zugegeben: Die Idee klingt gut. Zu groß angelegten Feldversuchen ist es bisher allerdings nicht gekommen, denn in den meisten Ländern, auch dort, wo Ebola regelrecht wütet, steht der Konsum von Cannabis unter Strafe.

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