„Die Droge der Zukunft ist nicht Haschisch. Die Drogen der Zukunft kommen von der Pharmaindustrie und sollen uns schneller, leistungsfähiger machen“, sagt Günter Amendt, Drogenexperte, bei seinem Vortrag in Linz.

Haschdunst im Kinderzimmer“, so lautete das Thema des letzten Vortrags im Rahmen der Reihe „Sex & Drugs & SMS“. „Was es zum Thema Haschisch Neues gibt? Die Zahl der Cannabis-Konsumenten ist europaweit gestiegen, und Jugendliche greifen immer früher zum Joint, durchschnittlich mit 15, 16 Jahren – die meisten Verbraucher haben den Cannabis-Konsum unter Kontrolle. Es gibt kaum Zwischenfälle.

Angesichts der Gefährlichkeit legaler Drogen wie Alkohol und Tabak ist der Fortbestand des Verbots für Cannabis wirklich nicht nachzuvollziehen“, sagt der deutsche Drogenexperte Amendt.
„Natürlich ist Haschisch kein Lutschbonbon. Man kann es zu oft und zum falschen Zeitpunkt nehmen. Aber insgesamt ist Cannabis harmloser als die meisten anderen Drogen. Cannabis ist nach wie vor ,Love & Peace‘ (siehe Studie unten).“

Der 69-Jährige beschäftigt sich seit nunmehr 40 Jahren mit dem Thema. Er hat als Therapeut in der Hamburger Drogenklinik gearbeitet und mehrere Bücher verfasst. „Es ist natürlich beunruhigend, wenn Kinder und Jugendliche zu psychoaktiven Substanzen greifen – egal, ob zu Cannabis, Nikotin oder Ritalin“, sagt Amendt.

Komasaufen in Mode

Auch sei es zu beobachten, dass Drogen, darunter auch Alkohol, immer öfter exzessiv konsumiert würden. „Komasaufen gehört da dazu“, sagt der Experte. Aber auch in Bezug auf Cannabis gebe es natürlich Konsum-Exzesse. Der Wunsch, „sich ganz schnell völlig wegzusprengen“, komme daher, dass sich immer mehr Jugendliche in einem fragilen psychischen Zustand befinden würden.

„Die neuen Drogen, die uns viel mehr beschäftigen sollten, kommen scheinbar als Medikamente daher. Sie machen uns leistungsfähiger, verbessern die Stimmung, nehmen die Angst, machen uns fit für den permanenten Konkurrenzkampf im Job“, sagt Amendt und spricht davon, dass „Alltagsdoping“ längst salonfähig geworden ist.
„Ich spreche da auch von Koffein, Nikotin, Schlafmitteln, Aufputschern, Beruhigungsmitteln, der Partydroge Ecstasy und anderen Pharma-Drogen.“ Warum immer mehr Menschen nicht ohne „Helferchen“ durch ihr Leben kommen, erklärt Amendt so: „Der Mensch ist nicht mehr schnell genug, um der rasanten Hightech-Entwicklung zu folgen. Aber es gibt Medikamente, um schneller und stärker zu werden.“

Gefährlicher Alkohol

Als gefährlichste „Alltagsdroge“ in unseren Breiten nennt der Experte den Alkohol. „Bei den Jugendlichen haben sich hier völlig neue Konsumgewohnheiten entwickelt. Egal, ob Mädchen oder Buben – sie glühen vor, bevor sie weggehen und sind dann schon total betrunken. Das Problem ist, dass die Jugendlichen heute betrunken mit dem Auto fahren und unter Alkoholeinfluss nachweislich mehr passiert als unter dem von Cannabis.“

Quelle; http://www.nachrichten.at/

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