Die jährliche Studie zum
Drogenkonsum der Europäer

Einmal im Jahr stellt die „Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht“ (EBDD) ihren Bericht vor.

Es handelt sich dabei um eine umfassende 120-seitige Studie zum Konsum aller Arten von Drogen in der Europäischen Union. Das Fazit: Nach einem kontinuierlichen Anstieg während der 90er Jahre ist nun eine Stabilisierung des Drogenkonsums zu erkennen, mit leicht rückläufiger Tendenz.

74 Millionen Europäer haben dem Bericht zufolge in ihrem Leben schon einmal einen Joint geraucht. Also ungefähr ein Fünftel der Erwachsenen.  Damit stehen Cannabisprodukte auf Rang drei, am beliebtesten sind weiterhin die legalen „Alternativen“ Alkohohl und Nikotin. Bei Kokain sind es vier Prozent, die schonmal probiert haben. In Spanien, Dänemark, Irland und Italien wird mit Abstand am meisten des berauschenden weißen Pulvers geschnupft.  Gut eine Million Europäer konsumieren regelmäßig opiumbasierte Stoffe wie zum Beispiel Heroin oder Methadon.

Insgesamt kiffen zwei bis drei Prozent der Jugendlichen fast täglich, das heißt mehr als 20 Mal in einem Monat. Am liebsten greifen die Jugendlichen in Spanien und der Tschechischen Republik zur Haschischzigarette. An die 20 Prozent gaben in diesen Ländern  in einer Umfrage unter Schülern an, in den letzten vier Wochen mindestens einmal Cannabisprodukte konsumiert zu haben.   

Knapp 1000 Tonnen Haschisch und Gras beschlagnahmten die europäischen Behörden im Jahr 2008, auf das sich der diesjährige Bericht bezieht. Wie viel tatsächlich hergestellt wird, lässt sich nur schwer einschätzen. Schwankende Ernteerträge und die Tatsache, dass ein Großteil der Droge nicht in der europäischen Union angebaut wird, lassen nur vage Schätzungen zu. Hauptlieferant ist nach wie vor Marokko, von wo das Haschisch über die Iberische Halbinsel auf den europäischen Markt gelangt. Innerhalb der EU kostet ein Gramm zwischen einem und zwölf Euro.

Geschätzte 100 Milliarden Euro werden auf dem Gebiet der Europäischen Union jährlich mit Drogen aller Art umgesetzt, von Cannabis über verschreibungspflichtige Medikamente bis zum Heroin, wobei vor allem einige wenige Drogenhändler ein Vermögen verdienen. Der „Durchschnittsdrogenhändler“ bezieht laut Studie eher ein dürftiges Auskommen.

Auch die Rolle des Internets wurde von den Brüsseler Experten untersucht. Dabei spielt das Netz eine ambivalente Rolle. Denn es dient zum einen als Markt, vor allem für verschreibungspflichtige Medikamente, psychoaktive Pflanzen und synthetische Ersatzmittel wie das im Frühjahr in Deutschland verbotene „Spice“. Vor allem diese synthetischen Ersatzstoffe bereiten den Brüsseler Experten Kopfzerbrechen. Denn immer wieder neue Produkte kommen auf den Markt.

Vor allem in den Osteuropäischen Staaten gibt es viele Chemiker, die relativ einfach synthetische Ersatzstoffe „handelsüblicher“ Drogen herstellen können. Die Folgen des Konsums lassen sich so immer schwerer einschätzen, vor allem auch weil die Jugendlichen dazu neigen, mehrere Drogen gleichzeitig zu nehmen. So entsteht ein gefährlicher Mix aus Alkohohl,  Zigaretten , Marijuhana oder diversen Aufputschmitteln,  polyvalenter Konsum nennt sich das dann.

Das Internet wird aber auch zur Behandlung und Prävention von Drogenproblemen verwendet. Vor allem Kiffer sprechen anscheinend gut auf diese Methode an. Schätzungsweise weil hier die Schwelle niedriger ist, als persönlich zu einer Beratungsstelle zu gehen. Im Rahmen der Maßnahmen werden Informationen, Wissenstests oder Spiele zu Drogen und Drogensucht sowie Selbsttests zum Drogenkonsum angeboten. Ein Programm nennt sich „Quit the Shit“, das sich an alle richtet, die ihren Cannabiskonsum überdenken, reduzieren oder beenden wollen.
 

Bildquelle: flickr.com , N.ico

Quelle:zeitjung.de

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